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Weiter Debatte um Gedicht von Gomringer

Der Streit um ein Gedicht des Schweizer Lyrikers Eugen Gomringer bleibt vorerst in der Schwebe. Die Alice-Salomon-Hochschule (ASH) in Berlin-Hellersdorf, an deren Fassade das Gedicht angebracht ist, hat die Vorschlagsfrist zur Neugestaltung der Außenwand bis zum 31. Oktober verlängert. Man wolle auch den Erstsemestern die Möglichkeit geben, sich in die Debatte einzubringen, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage.

Angehörige der Hochschule hatten moniert, das auf Spanisch verfasste Gedicht »avenidas«, das von Gomringer der Hochschule 2011 geschenkt wurde, als er den Poetik-Preis der ASH erhielt, könne Frauen gegenüber als diskriminierend aufgefasst werden. Sie beziehen sich dabei auf den Vers: »Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer«. Der Studentenausschuss hatte eine Entfernung der Verse gefordert. Daraufhin hatte die Hochschulleitung ein partizipatives Verfahren für eine mögliche Neugestaltung der Fassade ausgeschrieben.

Der Fall erregte international Aufsehen. Die Schriftstellervereinigung Deutsches PEN-Zentrum warnte vor Zensur. Das Berliner Haus für Poesie, das zu den Kooperationspartnern der Hochschule zählt, kündigte an, die Zusammenarbeit zu beenden, sollte es zu einer Entfernung des Gedichts kommen.

Nach Ende der Vorschlagsfrist ist im November eine Online-Abstimmung unter allen Hochschulangehörigen geplant, wie die Sprecherin sagte. Danach soll der Akademische Senat, ein Gremium aus Lehrenden, Studierenden und Verwaltung, abschließend zwischen drei Vorschlägen entscheiden. Die Umsetzung werde im Zuge der notwendigen Fassadensanierung voraussichtlich 2018 erfolgen, so die Hochschule. dpa/nd

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