• Politik
  • Alexis Tsipras und Donald Trump

»Griechenland ist großartig«

Griechenlands Ministerpräsident und der US-Präsident verstehen sich offenbar prächtig

  • Von John Malamatinas
  • Lesedauer: 3 Min.

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Händeschütteln, lächeln, zufriedene Gesichter - dies ist das bildliche Fazit nach dem Treffen des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras mit US-Präsident Donald Trump in Washington. Alle griechischen und internationales Medien berichteten von einem überaus freundlichen Empfang der griechischen Delegation im Weißen Haus.

Nach der gemeinsamen Pressekonferenz war klar: Trump betrachtet Griechenland als verlässlichen Partner und stabilen Verbündeten in einem gefährlichen Gebiet und beabsichtigt, in die bilaterale Beziehung zu investieren. Die Verteidigungsfähigkeiten Griechenlands und das finanzielle Engagement der USA sollen nach Willen des US-Präsidenten gestärkt werden.

Dabei soll ein Schwerpunkt auf der Nutzung des Souda-Stützpunktes auf der Insel Kreta liegen. Parallel sollen Investitionen zur Unterstützung der griechischen Wirtschaft getätigt werden. Trump möchte, wie auch Barack Obama vor ihm, den Entschuldungsprozess Griechenlands unterstützen und zudem den Energiesektor »aktivieren«, wobei derzeit der Schwerpunkt auf dem nördlichen Teil Griechenlands und insbesondere in Alexandroupoli liegt.

Im Hinblick auf die geopolitische Unterstützung und die Stärkung der Verteidigungskapazitäten in Griechenland beschloss Washington, die griechischen F-16-Kampfjets durch ein 2,4 Milliarden US-Dollar-Abkommen zu modernisieren. Seine Freude über diesen Auftrag tat der US-Präsident kund, indem er sich mehrmals bei Tsipras für die Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA bedankte. Er lobte auch, dass Athen das sogenannte Zwei-Prozent-Ziel der NATO erreicht, also mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung ausgibt. Auch die weitere Kooperation zwischen Griechenland, Zypern, Israel und Ägypten waren dabei Thema.

In der gemeinsamen Pressekonferenz sagte Alexis Tsipras, dass die Beziehungen der beiden Länder auf dem besten Niveau seit dem Zweiten Weltkrieg seien. Der Ministerpräsident hatte während des US-Präsidentschaftswahlkampfes Kritik an dem rechtspopulistischen Außenseiter Trump geübt. Damals sagte er, der Republikaner stehe für eine Reihe »böser Ideen«.

Als Tsipras während der gemeinsamen Pressekonferenz danach gefragt wurde, sagte Trump: »Ich wünschte, ich hätte das vor meiner Rede gewusst.« Tsipras hingegen reagierte ausweichend auf die Frage. Es gebe zwischen beiden Ländern reichlich Perspektiven, so dass man etwaige Differenzen ausräumen könne, sagte er laut Übersetzer. Über Trump meinte er: »Er kann böse erscheinen, aber was er macht, das macht er für einen guten Zweck.«

Der US-amerikanische Fernsehsender ABC News titelte: »Donald Trump trifft Alexis Tsipras im Weißen Haus und lobt das griechische Staatsoberhaupt trotz seines Kommentars in der Vergangenheit«. Betont wurden auch bei ABC News der herzliche Empfang des Premierministers und das produktive Treffen zwischen Trump und Tsipras. In den sozialen Medien wurde indes vielerorts gefragt, ob Tsipras seine alten Slogans wie »Amerikaner, Mörder der Menschheit« vergessen habe.

Wassilis Aswestopoulos schrieb auf »Telepolis«, Tsipras habe bei Trump die »Spendierhosen« angezogen und wies auf die Wende in der Einstellung des griechischen Ministerpräsidenten gegenüber der amerikanischen Politik hin. Die Reise sei beschämend, kommentierte Liana Kanelli, Abgeordnete der antiamerikanistisch ausgerichtete Kommunistischen Partei KKE.

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