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Wie Herr Bula Personalpolitik macht

Bremen: »Bewährungsrüge« für den Flughafenchef

  • Von A. Cäcilie Bachmann
  • Lesedauer: 3 Min.

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Seit ein paar Monaten bewegt er sich auf dünnem Eis, der Geschäftsführer des Bremer Flughafens, Jürgen Bula. Seit ein paar Tagen weiß die Öffentlichkeit davon und kennt auch den Grund: unangemessenes Verhalten während einer turbulenten Tarifverhandlung. Es soll laut Berichten von Beteiligten hoch hergegangen sein auf der Sitzung im Juni, denn es ging um massive materielle Verschlechterungen für Teile des Bodenpersonals. Der Airport ist über ein verschachteltes System aus Gesellschaften und Beteiligungen vollkommen in Bremer Hand.

Die im Juni verhandelte Neugründung einer weiteren eigenen Firma des Flughafens mit dem Ziel, zahlreiche Mitarbeiter dorthin zu »verschieben«, ist längst Fakt. Was für die Betroffenen bedeutet, nicht mehr nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt und abgesichert zu sein.

Bula soll auf der Sitzung unangemessen barsch aufgetrumpft und dem Alkohol zugesprochen haben. Letzteres geht nach Aussagen von Vertretern beider Seiten gar nicht, denn es gelte die Null-Promille-Regel für Tarifsitzungen.

Tim Cordßen, ein Sprecher des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Martin Günthner (SPD), bestätigte gegenüber »nd« das »unangemessene Verhalten«. Günthner ist der Chef des gesamten Flughafen-Firmen-Konglomerats und damit auch Bulas Vorgesetzter. Gleich nach der Sitzung sei über Bulas Verhalten berichtet worden, so Cordßen. Daraufhin habe Günthner als Bulas Dienstherr eine Art Rüge ausgesprochen. Abmahnungen gebe es gegenüber einem Geschäftsführer nicht, aber diese Rüge sei die erste und letzte für Bula. Bei einem weiteren Vorfall müsse er sofort seinen Hut nehmen.

Der angeknackste Flughafengeschäftsführer wisse auch, was für ihn auf dem Spiel stehe, so Cordßen. Allerdings ist ein weiterer Fehltritt Bulas auch für die Reputation »seines« Senators und Bremens schädlich. Denn Bula gehört durch seinen Flughafenposten unter anderen auch den Präsidien des Kuratoriums »Via Bremen« und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen an, wo er noch in verschiedenen Gremien sitzt. »Via Bremen« ist ein Zusammenschluss der Logistik- und Transportwirtschaft der Hansestadt. Ziel des Kuratoriums ist es, Kooperationen mit Bildungs- und Forschungseinrichtungen des Bundeslandes zu initiieren und zu unterstützen.

Doch warum gelangte die im vierstelligen Bereich liegende Rechnung mit einer Aufzählung alkoholischer Getränke besagter Juni-Sitzung erst jetzt an Lokalmedien? Des Wirtschaftssenators Sprecher geht von einer »gezielten Indiskretion« aus, will aber keine Vermutungen zu dem gewählten Zeitpunkt anstellen. Bula jedenfalls widersprach zunächst der Alkoholthese, dann räumte er »ein, zwei Mixgetränke« ein. Als die Gegenseite der Verhandlungen betonte, es hätte niemand außer Bula Alkoholisches getrunken, verstummte er schließlich.

So wurde der diesjährige Kanon an Negativ-Meldungen vom Bremer Flughafen - Personalmangel, Gepäckverlust, Kofferchaos, endlos lange Warteschlangen und Einstellung von internationalen Verbindungen - um das »unangemessene Verhalten« des Geschäftsführers erweitert. Aus Sicht des Dienstherren ist die Öffentlichmachung des Vorfalls nicht glücklich, da dessen Fürsorgepflicht auch für den Flughafen-Geschäftsführer gelte, so Cordßen. Das ist nun komplett gegenteilig gelaufen: Es werden Rücktrittsforderungen gegen Bula laut. Und spätestens die schaden auch dem Ansehen seines Dienstherren.

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