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Amazon überholt VW bei Forschung

Onlinehändler erhält 238 Bewerbungen für Zentrale

Wolfsburg. Nach fünf Jahren an der weltweiten Spitze bei den Forschungsausgaben muss Volkswagen vor allem US-amerikanische Hightech-Riesen an sich vorbeiziehen lassen. Mit Amazon belegte erstmals ein Internetgigant den international ersten Platz bei den größten Budgets für Forschung und Entwicklung (F&E). Das ergab eine Studie von Strategy&, der Strategieberatung des Wirtschaftsprüfungskonzerns PwC. Demnach will Amazon im Untersuchungszeitraum, dem Fiskaljahr bis Ende Juni 2017, rund 16,1 Milliarden Dollar in seine Forschung stecken.

Der PWC-Studie zufolge zogen forschungstechnisch auch die Google-Mutter Alphabet, Intel und Samsung an Volkswagen vorbei. Neben VW habe es mit Daimler (6,9 Milliarden Dollar) auf Platz 16 nur ein weiteres deutsches Unternehmen in die internationale Top 20 geschafft. »Deutsche Digitalunternehmen sucht man vergeblich«, der Chef von Strategy& in Europa, Peter Gassmann.

Gemessen am Umsatz gaben die IT-Riesen deutlich mehr für Forschung und Entwicklung aus als andere. Amazon kam bei der sogenannten F&E-Quote auf 11,8 Prozent, Intel auf 21,5 Prozent. der US-Pharmakonzern Merck auf Platz acht brachte es gar auf 25,4 Prozent. VW erlöste mit rund 217 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr auch sehr viel Geld. Im Verhältnis zum Umsatz ist die F&E-Quote von 5,3 (2016: 5,6) Prozent in der Autobranche immer noch ein guter Wert.

Mit einem Gesamtwert von knapp 702 Milliarden Dollar erreichen die veranschlagten F&E-Ausgaben aller betrachteten 1000 Firmen der Studie zufolge einen neuen Höchststand. Vor einem Jahr waren es noch 680 Milliarden Dollar, was damals ebenfalls einen Rekord bedeutete.

Indes hat der Online-Versandhändler Amazon 238 Bewerbungen für sein zweites großes Hauptquartier in Nordamerika bekommen, in das er fünf Milliarden Dollar stecken und dabei 50 000 Arbeitsplätze schaffen will. Unter den Interessenten sind New York, die US-Hauptstadt Washington, Boston, das jüngst von einem Hurrikan verwüstete Puerto Rico sowie in Kanada unter anderem Toronto. Amazon selbst nannte am Montag keine Namen, aus einer Karte ging aber hervor, dass nur aus 7 der 50 US-Staaten keine Angebote eintrafen. dpa/nd

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