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  • Sexuelle Belästigung im EU-Parlament

Aus einem Witz wird ein Übergriff

Über Sexismus und wie leicht er zu sexualisierter Gewalt wird

  • Von Samuela Nickel
  • Lesedauer: 1 Min.

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Die Vorwürfe von sexuellen Übergriffen, Belästigungen und sexistischen Bemerkungen, die aus dem EU-Parlament an die Öffentlichkeit dringen, zeigen eindrucksvoll, wie verbreitet sexualisierte Gewalt ist. Und wie eng sie mit Sexismus zusammenhängt.

Eine »harmlose« SMS hier und da, ein »nettes Kompliment«, Altherrenwitze oder gar nicht so gemeinte sexistische Beleidigungen - was ist schon dabei? Der Weg zu einem unerlaubten Anfassen, dem Masturbieren vor einer Person, die das nicht möchte - so wie ein EU-Politiker es vor einer Kollegin gemacht haben soll - oder einer Vergewaltigung ist nicht weit. Das eine Verhalten begünstigt das andere - und verharmlost im Nachhinein auch noch Übergriffe. Werden Menschen nur auf ihr Geschlecht reduziert und ihnen so bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, wird in einem bestimmten Maße auch diskriminierendes Verhalten gegenüber den stigmatisierten Personen legitimiert.

Die Berichte von sexuellen Übergriffen unter dem Stichwort »MeToo« zeigen, dass es keine Einzelfälle oder Ausnahmen sind. Der Entschließungsantrag zur Bekämpfung von sexualisierte Gewalt, über den das EU-Parlament an diesem Donnerstag abstimmt, ist nur ein kleiner Schritt. Solange sexistische Bemerkungen als normal gelten, wird sich nichts ändern.

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