Werbung

Marx näher gebracht als so manches Philosophieseminar

Redakteure empfehlen

  • Von Heidi Diehl
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Als leidenschaftliche Weintrinkerin und als bekennende linke Socke war es nur eine Frage der Zeit, bis mir dieses Buch ins Auge fällt: »Wie der Wein Karl Marx zum Kommunisten machte - Ein Philosoph als Streiter für die Moselwinzer«. Als Studentin habe ich Marx von vorn bis hinten gelesen, nicht immer ganz freiwillig, meistens jedoch mit Erkenntnisgewinn. Von dem, was ich in dem gut 200-Seiten-Büchlein des Trierer Kunsthistorikers, Weindozenten und Stadtführer Jens Baumeister lese, habe ich bislang indes kaum etwas gewusst: Davon, dass Marx der Wein schon in die Wiege gelegt wurde, dass seine vermögenden Eltern Weinberge besaßen, dass der Heranwachsende alles andere als einen Bogen um die Rebensäfte seiner Heimat machte, dass er den Aufstieg und die größte Krise der Moselweinbauern mit allen Sinnen erlebte, und dass er sich als junger Redakteur der »Rheinischen Zeitung« mit einer Artikelserie vehement für die notleidenden Menschen an der Mosel einsetzte. Viele Jahre später schrieb er in seinem Londoner Exil, dies sei das erste Mal gewesen, dass er sich mit wirtschaftlichen Fragen auseinandersetzte. Oder anders gesagt: Die Krise der Moselwinzer, die eine verheerende Auswirkung auf die gesamte Bevölkerung der Region hatte und eine riesige Auswanderungswelle nach sich zog, führte letztlich zum »Kapital« und zu all den anderen Werken, mit denen sich die meisten von uns während des Studiums herumschlugen. Manches haben wir verstanden, einiges nur halb, vieles nicht.

Jens Baumeisters Buch indes habe ich regelrecht verschlungen, und es hat mir Marx näher gebracht als so manches trockene Philosophieseminar an der Uni. (Bei dem es selbstverständlich auch keinen Wein zum begleitenden Verstehen gab.)

Ich jedenfalls kann es allen Wein- und Marxfreunden nur empfehlen. Erhältlich im nd-Shop für 14,90 €. Wer es dann auch noch signiert haben möchte, der sollte sich die Lesungen merken, die Jens Baumeister demnächst in Berlin halten wird: Am 3. Dezember, 16 Uhr, im Café Manstein in der Mansteinstr. 4, und am 7. Dezember, 18.30 Uhr, im Café Sibylle in der Karl-Marx-Allee 72.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen