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Weniger Geld, schwererer Aufstieg

Gleichstellungsbericht der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns legt Probleme offen

  • Von Iris Leithold, Schwerin
  • Lesedauer: 2 Min.

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Bei der Gleichstellung von Frauen und Männern in Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch viel zu tun. So liegt der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen im Nordosten vier Prozent unter dem von Männern - bei Beschäftigten gleichen Alters, gleicher Ausbildung und Erfahrung, gleicher Tätigkeit und gleicher Arbeitszeit, wie es im Gleichstellungsbericht heißt, der jetzt dem Landtag zugeleitet worden ist.

Auch beim Aufstieg in eine Führungsposition unterschieden sich die Chancen. »In beinahe sämtlichen Unternehmensbranchen und in der öffentlichen Verwaltung lässt sich feststellen, dass Frauen seltener und später Führungspositionen übernehmen«, so die Landesregierung. Bei der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern ist demnach nur jede zehnte Führungskraft weiblich. Die Autoren betonen, dass Frauen meist den größeren Teil der Haus- und Familienarbeit stemmen. »Nur bei einer gleichmäßigen Aufteilung von Betreuungs- und Sorgearbeit in der Partnerschaft werden sowohl Mütter und Väter, Frauen und Männer gleiche Chancen haben, erwerbstätig zu sein und ihre Existenz auf Dauer zu sichern.«

Um Karrierehemmnisse für Frauen abzubauen, setzt die Regierung auch auf Mentoringprogramme in Landesverwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst. Frauen, die es geschafft haben, geben ihr Wissen über Führungsanforderungen, Strukturen und Prozesse weiter. Der Bericht verweist auf das Programm »Zukunft durch Aufstieg« für weibliche Nachwuchsführungskräfte in Unternehmen. Am Freitag will Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) in Greifswald junge Doktorandinnen im Rahmen eines Mentoringprogramms treffen. An der Uni war 2011 das erste Mentoring-Programm in Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen worden.

Auch in der Politik gibt es wenig Frauen. Von 71 Abgeordneten des aktuellen Landtags sind dem Bericht zufolge 18 weiblich. Das entspricht einem Frauenanteil von 25,3 Prozent. Auf der kommunalen Ebene liege er bei 25 Prozent. Der Bericht zeigt deutliche regionale Unterschiede zwischen den Landesteilen: Während in Mecklenburg der Frauenanteil bei politischen Ämtern zwischen 21 und 38 Prozent liegt, werden in Vorpommern nur 15 bis 23 Prozent erreicht. dpa/nd

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