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Russische Spur

Klaus Joachim Herrmann über eine Verschwörung gegen die USA

  • Von Klaus Joachim Herrmann
  • Lesedauer: 2 Min.

Das zergeht als politische Delikatesse auf der Zunge: Mit jüngsten Anklagen gerate die Russland-Affäre um das Wahlkampfteam von US-Präsident Trump zur »Verschwörung gegen die USA«, frohlocken Beobachter. Dabei geht es mit Steuerbetrug, Falschaussagen und Geldwäsche um rein kriminelle (Un-)taten. Der Kreml wird über Kiew ins Spiel gebracht. Der dort beratene Präsident Janukowitsch war »russlandfreundlich«.

Als heißeste Spur zum Kreml werden der staunenden Welt »wissentlich und absichtlich« falsche Angaben über den Kontakt eines Wahlkampfberaters (bis dahin Forschungsassistent beim Hudson Institute) mit einem »Professor« mit Russland-Kontakten präsentiert. Zur Reise nach Moskau sei der Wahlkämpfer von ungenannten Kollegen »ermuntert« worden, habe sie aber niemals angetreten.

Das also sind die bislang deutlichsten Hinweise auf eine mögliche Zusammenarbeit des Trump-Lagers mit Russland. Das also gilt als eine »bedeutende Eskalation« in den Untersuchungen des Sonderermittlers. Von einem Paktieren mit dem ex-sowjetischen Erzfeind wäre mehr zu erwarten.

Die belastenden Materialien waren freilich echt. Für die aber hatten die Demokraten selbst gesorgt - mit krummen Touren der Clinton-Truppe gegen den linken Bewerber um die Präsidentschaft und privaten E-Mail-Konten für Dienstsachen als Lockangebot für professionelle und Hobbyhacker. Darüber wäre zu reden. Die russische Spur aber ist als eine ideologische gelegt und nur als solche heiß. Die US-Wähler haben sich ihren Trump doch selbst gewählt.

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