Protest gegen geplantes absolutes Abtreibungsverbot

In Rio de Janeiro demonstrieren Tausende gegen Untersagung von Schwangerschaftsabbrüchen

Brasilien: Protest gegen geplantes absolutes Abtreibungsverbot

Rio de Janeiro. Tausende Menschen protestierten am Montag in Rio de Janeiro gegen eine Gesetzesmaßnahme, die das Abtreibungsrecht beschneiden soll. Bei Zusammenstößen der Demonstrierenden setzte die Polizei Tränengas ein.

Bisher sind Abtreibungen in Brasilien im Falle einer Vergewaltigung oder bei Lebensgefahr der Mutter oder des Fötus zugelassen. Ein Kongressausschuss hatte in der vergangenen Woche einen Gesetzesvorschlag gebilligt, mit der diese Ausnahmen künftig entfallen sollen. Das Parlament muss noch darüber abstimmen.

Rodrigo Maia, Sprecher der Abgeordnetenkammer, sprach sich gegen ein absolutes Abtreibungsverbot aus. Die Maßnahme für die Beschneidung des Abtreibungsrechts ist Teil einer Verfassungsänderung, für die eine überwiegende Mehrheit sowohl im Unterhaus des Kongresses als auch im Senat nötig sei.

Demonstrierende forderten die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Brasilien. Obwohl diese per Gesetz erheblich eingeschränkt sind, haben wohlhabendere Frauen oft Zugang zu sicheren Prozeduren in Privatkliniken. Ärmere Betroffene müssen im Gegensatz dazu oft riskante Eingriffe wagen. Laut einer Umfrage, unter anderem des brasilianischen Gesundheitsministeriums, haben im Jahr 2015 rund 400.000 Frauen abgetrieben.

Ein absolutes Abtreibungsverbot gibt es bereits in Nicaragua. In 13 lateinamerikanischen Staaten, unter anderem in Honduras, Chile und Venezuela, gilt das eingeschränkte Abtreibungsrecht, dass derzeit in Brasilien auf der Kippe steht. Agenturen/nd

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