Werbung
  • Politik
  • Fußballländerspiel Deutschland gegen Frankreich

Schals für Rechtsaußen

In Köln wurden beim Freundschaftsspiel Deutschland gegen Frankreich Propaganda-Artikel verkauft

  • Von Katharina Schwirkus
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Es ist ein kleiner Stand in der Aachener Straße, gegenüber einer Unity Media Filiale, nicht weit vom Kölner Fußballstadion entfernt, an dem bei jedem Spiel Fanartikel verkauft werden. Beim Freundschaftsspiel Deutschland gegen Frankreich am Dienstagabend hatte der Standbesitzer jedoch ganz besondere Artikel ausgelegt. »Ehre, Treue, Vaterland«, »Deutsche Frauen – deutsches Bier«, »Fuck England« – diese Parolen und auch ein mit der Reichskriegsflagge versehenes Strickteil begrüßten die Besucher auf dem Weg zu der Partie. Ein Foto davon, das der Journalist Matt Ford auf Twitter verbreitete, zeigte die Schals und sorgte für Empörung.

Matt Ford ist freier Journalist, er filmt und schreibt in erster Linie für die Deutsche Welle. Ford hat sich intensiv mit dem Auftreten von rechten Hooligans bei Länderspielen in Europa beschäftigt und unter anderem über die Nazi-Parolen während des Länderspiels im vergangenen Jahr in Prag berichtet. »Mich persönlich überrascht es, dass diese Schals in Köln zu sehen waren. Normalerweise ist das in Deutschland nicht so verbreitet«, sagt Ford dem »nd«.

Er berichtet, dass der Verkaufsstand stets an der beschriebenen Stelle aufgebaut sei, er solche Schals bisher aber nicht dort gesehen habe. »Hooligans, die gerne solche Symbole erwerben, haben normalerweise Stadionverbote bei Heimspielen«, erklärt der Sportjournalist. Es scheine, dass dieses Klientel bei Länderspielen eine größere Rolle spiele als bei Heimspielen des FC Köln. Darauf setzte offenbar auch der Verkäufer am Dienstagabend. Im Stadion selbst haben er und seine Kollegen jedoch weder die Schals noch sonstige rechte Symbolik gesehen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!