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Jingle-bells-Alarm

René Heilig ü ber eine US-Reisewarnung und normale Horror-Weihnachten

Bald beginnt wieder die Zeit, in der sich Menschen auf Nächstenliebe und Frieden kaprizieren. Nur ausgemachte Weihnachtsmuffel verweigern sich dieser verklärten Welt. Speziell für sie hat Hollywood Jahr für Jahr Horrorfilme in die Kinos gebracht. Doch inzwischen ist die Realität ein zu übermächtiger Konkurrent. Das Außenamt in Washington warnte in dieser Woche alle US-Bürger vor Reisen nach Europa. Man erinnerte an den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt, an den zu Neujahr in Istanbul verübten. Aufgezählt werden Attacken in Großbritannien, Finnland, Frankreich, Russland, Spanien, Schweden … Al Qaida, der Islamische Staat und andere Gruppen seien nach wie vor stark genug, um anzugreifen.

Die Botschaft ist lückenhaft. Auch daheim sind US-Bürger - wie bekannt - keineswegs sicher. Und nur weil Tannenbäume im Lichterglanz erstrahlen, singen US-Soldaten und -Geheimdienstler keineswegs nur fromme Lieder. Auch über die Jahreswende hinweg gilt für sie wie andere Terroristen weltweit das Auge-um-Auge-Prinzip. Es ist vermutlich älter als das Weihnachtsfest. Das deutsche BKA sieht im Gegensatz zum US-Außenministerium derzeit keinen Grund für Festtagswarnungen. Die Lage sei so wie an allen anderen Tagen des Jahres. »Jingle bells, jingle bells, jingle all the way ...« Übrigens: In dem Lied kommt Weihnachten gar nicht vor.

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