Tickets für die Revolution

Studierendenschaft stimmt über neues Angebot zum Semesterticket ab

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Ein Semesterticket ist noch keine Revolution. Aber eine gute Basis.
Ein Semesterticket ist noch keine Revolution. Aber eine gute Basis.

»Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Studis einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch ein Semesterticket«, wird der Revolutionär Lenin auf den Plakaten des Allgemeinen Studierendenausschusses (AstA) zitiert. Auch andere Plakate auf dem Campus der Freien Universität (FU) in Dahlem weisen auf einen revolutionären Herbst hin.

Das hat gleich zwei Anlässe: Mehrere Veranstaltungsreihen beschäftigen sich momentan mit dem hundertjährigen Jubiläum der russischen Revolution. In den vergangenen Wochen war jedoch eher die am Dienstag begonnene Wahl zur Weiterführung des Semestertickets in aller Munde. Noch bis Donnerstag kann darüber abgestimmt werden.

Der Weg von der U-Bahn zum Hörsaal ist gesäumt von Wahlaufrufen, und auch in den Gebäuden können die Plakate des AstA nicht übersehen werden. »Hier müssen wir für ›Ja‹ stimmen«, sagt eine Studentin zu einer Freundin und zeigt auf einen entsprechenden Aushang am schwarzen Brett.

Doch worum geht es eigentlich? Laut Hochschulgesetz ist die Studierendenvertretung jeder Universität dazu verpflichtet, eine preisgünstige Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu garantieren, erklärt die Semesterticketbeauftragte der FU, Beryl Bömer. So sei 2002 das Semesterticket entstanden. Die konkreten Grundlagen sind an jeder Hochschule unterschiedlich ausdifferenziert: An der Technischen Universität darf der AstA selbstständig Verträge mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) schließen. An der Humboldt Universität wird alle drei Jahre in einer Urabstimmung über eine Weiterführung des Semestertickets abgestimmt. Der aktuelle Vertrag mit den Verkehrsbetrieben läuft mit Ende des laufenden Semesters aus, also am 31. März.

Auch der AstA der FU musste bisher alle drei Jahre das neue Angebot zur Abstimmung stellen. Das soll sich nun ändern: Bei der bevorstehenden Wahl sollen die Studierenden nicht nur über das laufende Angebot des Verkehrsverbunds abstimmen, sondern auch darüber, ob der AstA die Studierenden weiterhin alle drei Jahre nach ihrer Zustimmung fragen muss.

Parallel läuft berlinweit eine Umfrage von Semtix, dem Zusammenschluss aller AstA-Semesterticketbeauftragten, an der bereits mehr als 15 000 Studierende teilgenommen haben. Das Ergebnis soll Aufschluss darüber geben, ob die Leistungen des Semestertickets den Lebensumständen der Studierenden gerecht werden. Abgefragt werden auch Sonderregelungen wie die kostenlose Mitnahme von Kindern, um auch Eltern das Studieren zu ermöglichen.

Das seien Punkte, über die der VBB grundsätzlich mit sich verhandeln lasse, sagt Bömer. Doch viel wichtiger sei der Studierendenvertretung, auch beim Preis mitreden zu können. Das lasse der VBB aber nicht zu. Dennoch seien die Verhandlungen darüber, wie viel das Semesterticket ab Sommer 2018 kosten soll, besser gelaufen als in den vergangenen Jahren. Bisher habe der Verkehrsverbund immer lediglich einen Vertrag an den AstA der FU geschickt. Dieses Mal habe sich der VBB mit den Forderungen des Semtix auseinandergesetzt, bevor ein Vertrag ausformuliert worden sei.

Dieser liege den Beauftragten nun vor, so die Sprecherin des VBB Elke Krokowski. »Es sollte im Interesse der Studenten sein das so weiter zu führen«, sagt sie dem »nd«. Das Angebot sieht keine Erhöhung der Preise vor. Das Semesterticket sei noch immer eines der günstigsten im Verkehrsverbund. Gäbe es die Vereinbarung mit den Studierendenvertretungen nicht, würde der VBB deutlich mehr verdienen, so Krokowski.

Anfang November wurde bereits an der Humboldt-Universität abgestimmt. Hier entschieden sich mehr als 99 Prozent der Wähler für eine Annahme des Angebots. Das ist kein Wunder, denn eine organisierte Gegnerschaft zu den Semestertickets gibt es nicht. Problematisch könnte es für die Verhandlungen nur werden, wenn weniger als zehn Prozent der Studierenden an der Wahl teilnehmen. Tatsächlich haben an der HU aber rund 11 000 Studierende teilgenommen, das sind ungefähr 27 Prozent.

Ob die Wahl an der FU mit ebenso hohen Zustimmungswerten für das Ticket ausgehen wird? Bömer möchte sich nicht zu einer positiven Prognose hinreißen lassen.

Der Preis für das Semesterticket an der FU soll sich nicht verändern. Das sei der rot-rot-grünen Landesregierung zu verdanken, sagt die Semesterticketbeauftragte. »Der Senat hat durchgedrückt, dass das Ticket nicht teurer wurde.« Jetzt müssten nur noch genügend Wahlberechtigte zwischen dem 21. und 23. November zur Wahl gehen und dem Angebot zustimmen.

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