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Uniper setzt den Rotstift an

Energieriese E.on ist sich mit Fortum weitgehend über den Verkauf des Kraftwerksbetreibers einig

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 3 Min.

Lange hat der Energieriese E.on nicht gewartet, um Uniper abzugeben. Erst im Sommer des vergangenen Jahres war das Unternehmen ausgegliedert worden. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte E.on deutlich gemacht, dass seine Anteile an Uniper, das vor allem Wasser- und Kohlekraftwerke betreibt, auf absehbare Zeit verkauft werden sollen. Doch jetzt könnte es noch schneller gehen, als von vielen erwartet. Uniper-Chef Klaus Schäfer hat seinen Widerstand gegen die Übernahme durch den finnischen Fortum-Konzern aufgegeben. Gleichzeitig will er 2000 Stellen abbauen, um Uniper rentabel zu machen, wie die »Rheinische Post« am Mittwoch berichtete.

E.on ist mit Fortum weitgehend über einen Verkauf der 47 Prozent von Uniper einig, die noch in den Händen des Essener Energieriesen sind. Damit hätten die Finnen das Sagen bei Uniper. Fortum, das zu großen Teilen in der Hand des finnischen Staates ist, will dafür 3,8 Milliarden Euro zahlen. Uniper-Chef Schäfer begründet indes seine bisherigen Wortmeldungen gegen den Deal damit, dass alles, was in den letzten Wochen gesagt und geschrieben worden sei, in einer bestimmten Phase des Übernahmekampfes dazugehört habe. Wichtig sei es nun, gemeinsam mit Fortum einen Weg zu finden, um das künftige Verhältnis beider Unternehmen zu klären.

Damit potenzielle Käufer - wie nun die Finnen - ein profitables Unternehmen übernehmen können, will Schäfer seit Längerem massiv Arbeitsplätze abbauen. Schon seit Monaten verhandelt Uniper mit den Gewerkschaften IG BCE und ver.di über Stelleneinsparungen und weitere Zugeständnisse der Beschäftigten wie den Verzicht auf das Urlaubsgeld und Lohnkürzungen. Nun gibt es eine Einigung. 2000 von ursprünglich 14 700 Stellen sollen bis Ende nächsten Jahres gestrichen werden. Dies ist Teil eines umfassenden Sparprogrammes, mit dem die Konzernleitung insgesamt 400 Millionen Euro einsparen will.

»Der weit größte Teil dieser Stellen ist bereits abgebaut«, sagte Finanzvorstand Christoph Delbrück. So seien Beschäftigte bei der ehemaligen Konzernmutter E.on verblieben, andere Stellen seien bei Kraftwerksschließungen wie im Rotterdamer Hafen weggefallen. Die weiteren Stellen sollen unter anderem durch Altersteilzeit-Modelle und Abfindungen »sozialverträglich« abgebaut werden, beteuert der Manager.

Dafür hat die Konzernleitung nun auch die Zustimmung der Belegschaftsvertretung. »Nach großem persönlichen Einsatz aller Beteiligten haben wir endlich einen tragfähigen Kompromiss auf betrieblicher und tariflicher Ebene erreicht«, erklärte Betriebsratschef Harald Seegatz in der »Rheinischen Post«.

Nicht nur Uniper erlebt derzeit einen Umbruch. Bei den deutschen Energiekonzernen ist viel in Bewegung. Auch RWE will Anteile seiner ebenfalls gerade erst ausgegliederten Tochter Innogy verkaufen. Npower, das die Innogy-Kraftwerke in Großbritannien betreibt, soll an den britischen Großkonzern SSE gehen. Manuel Frondel vom Essener RWI-Leibniz-Institut erklärte schon vor knapp zwei Wochen in der »Westfälischen Rundschau«, dass die deutschen Energiekonzerne »Schwächlinge« mit hohen Schulden und Kapitalbedarf seien. Im Ausland gebe es zahlreiche finanzkräftige Konzerne, für die Übernahmen interessant seien.

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