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Schülerticket für einen Euro pro Tag

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.

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Ein Schülerticket für 365 Euro, mit dem die Jungen und Mädchen ein ganzes Jahr lang in ganz Berlin und Brandenburg jederzeit Bus und Bahn fahren können. Das regen die beiden Oppositionsfraktionen CDU und Grüne an. Nach eigener Auskunft haben sie am Mittwoch einen Antrag in den Landtag eingebracht, der die rot-rote Regierung auffordert, ein solches Ticket zum Schuljahr 2018/2019 einzuführen und dafür zehn Millionen Euro jährlich bereitzustellen.

»Mit dem 365-Euro-Ticket wären die Zeiten kleinteiliger Angebote und Tarifgrenzen für junge Menschen vorbei«, erklärte der Landtagsabgeordnete Michael Jungclaus (Grüne). Das Ticket wäre die »zeitgemäße Antwort auf das Mobilitätsverhalten von Kindern und Jugendlichen, die in einem Landkreis zur Schule, im nächsten zum Sportverein und in der benachbarten kreisfreien Stadt zur Musikschule gehen«. Für sie solle es den preisgünstigen Fahrschein geben, der auch außerhalb der Schulzeit, an den Wochenenden und in den Ferien über die Grenzen der Kommune hinweg gelten würde.

»Das Lebensumfeld junger Leute und damit ihre Mobilitätsansprüche sind mit der Zeit immer größer geworden. Wir müssen darauf reagieren und moderne Möglichkeiten schaffen, preiswert von A nach B zu kommen«, ergänzte der CDU-Abgeordnete Rainer Genilke. »Für einen Euro am Tag mit Bus und Bahn durchs ganze Land: Mit dem Schülerticket reißen wir die Grenzen der Tarifzonen für junge Brandenburger ein. Das wird vielen jungen Menschen helfen, ihre Freizeit aktiver und flexibler zu gestalten.«

Abgeschaut haben sich die beiden Oppositionsfraktionen ihre Initiative vom schwarz-grün regierten Hessen, wo es deutschlandweit einmalig ein solches 365-Euro-Schülerticket seit dem laufenden Schuljahr gibt. Binnen zwei Monaten sind dort 250 000 Tickets verkauft worden. Die hessische Landesregierung schießt bei Bedarf bis zu 20 Millionen Euro pro Jahr zu.

In Brandenburg werden die Schulbusse vom Wohnort zum Unterricht jetzt schon vom Land bezuschusst. Je nach Landkreis müssen die Eltern einen unterschiedlich hohen Beitrag zahlen. Einzelne Landkreise verzichten auf diesen Beitrag. Ein 365-Euro-Fahrschein wäre teurer, allerdings könnten Kinder und Jugendlichen damit wirklich überallhin hinfahren. CDU und Grüne schlagen vor, das 365-Euro-Ticket als zusätzliche Möglichkeit anzubieten. »Das bestehende Angebot soll uneingeschränkt erhalten bleiben«, versichern sie.

Die Landtagsabgeordnete Anita Tack (LINKE) sieht als Hürde für ein landesweites Schülerticket, dass sich der Schülerverkehr in der Verantwortung der Landkreise und kreisfreien Städte befindet. Sie sieht aber auch, dass sich die Mobilitätsbedürfnisse zum Teil gravierend verändert haben. Das erfordere aus Sicht der Linkspartei eine Neuausrichtung der Tarifstrukturen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Das betreffe auch das Sozialticket.

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