Füchse feiern einen schönen Handballtag

Die Berliner besiegen Porto und erreichen die Gruppenphase des EHF-Pokals - in der Liga läuft’s auch richtig gut

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.

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Steffen Fäth (M.) und Erik Schmidt (r.) ließen Alvarez Iturriza und dem FC Porto keine Chance.
Steffen Fäth (M.) und Erik Schmidt (r.) ließen Alvarez Iturriza und dem FC Porto keine Chance.

»Wir haben unser Ziel erreicht«, sagte Velimir Petkovic. Der Trainer der Füchse konnte nach dem 33:25-Erfolg gegen den FC Porto eigentlich ganz entspannt über den Handballabend in der Berliner Max-Schmeling-Halle reden. Mit zwei Siegen nach Hin- und Rückspiel gegen den portugiesischen Rekordmeister stehen die Füchse in der Gruppenphase des EHF-Pokals. Aber neben Petkovic saß Bob Hanning - der starke Mann im Klub. Kurz erschrocken, blickte der Trainer zum Manager und korrigierte sich: »Wir haben unser Zwischenziel erreicht.« Hanning nickte.

Auch sonst spielte die Gegenwart keine große Rolle für die Berliner am Donnerstagabend. Der Gegner war mindestens eine Nummer zu klein. Dessen Vorstellung im Hallenmagazin fiel recht dürftig aus. Fazit: »International kann der FC Porto keine großen Erfolge vorweisen, auch internationale Spitzenspieler hat er nicht in seinen Reihen.« Einzig Angel Hernandez Zulueta bereitete den Berlinern aus dem rechten Rückraum heraus ab und an Probleme. Mal konnte sich der 23-Jährige im 1-gegen-1 durchsetzen oder glänzte mit trickreichen Anspielen an den Kreis. Seine drei Tore erzielte der schnelle und sprunggewaltige Kubaner mit Anlauf aus dem Rückraum.

Ein Spiel auf Augenhöhe war es aber nie. Auch die portugiesischen Versuche in der Anfangsphase, ohne Torwart und sieben Feldspielern anzugreifen, brachten zu wenig. Die Füchse gerieten nie in Rückstand und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Portos Trainer Lars Walther akzeptierte die Überlegenheit von insgesamt elf Toren Unterschied aus beiden Duellen: »Wir haben es einigermaßen gut gemacht.«

Trotz der fehlenden Dramatik jubelten die 6000 Zuschauer ein ums andere Mal ausgelassen. Diese Freude hatte nichts mit dem Gegner und nur wenig mit den Füchsen selbst zu tun. Zwei Mal verkündete der Hallensprecher eine Führung der Fußballer von Hertha BSC. Die 2:3-Niederlage in Bilbao und das damit verbundene Aus in der Europa League blieb dann unerwähnt. Großen Applaus gab es für die Zwischenstände und Endergebnisse aus der Handball-Bundesliga. Denn mit der Kieler Niederlage in Gummersbach verabschiedete sich der THW wohl endgültig aus dem Meisterschaftskampf. Und durch den Göppinger Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen sind die Berliner nun punktgleich mit den führenden Flensburgern Tabellenzweiter.

»Ein schöner Handballtag«, sagte Bob Hanning und schmunzelte. Den Einzug in die Gruppenphase des EHF-Pokals hakte er ganz schnell ab und blickte voraus: »Wir sind gespannt, welche anderen 15 Teams es dann zu besiegen gilt.« Er will mit den Füchsen Titel gewinnen. Gern auch wieder, wie 2015, den EHF-Pokal. Das letztjährige Finale verloren die Berliner überraschend deutlich gegen Göppingen. Viel wichtiger ist Hanning aber die Teilnahme an der Champions League, die in den vergangenen vier Jahren verpasst wurde. Die Ergebnisse aus der Bundesliga kamen ihm da sehr gelegen.

Vor dem Platz, auf dem der Füchse-Manager während der Pressekonferenz saß, hatte vor dem Anpfiff der Partie noch ein Schild mit der Aufschrift »Player Füchse Berlin« gestanden. Nach dem Spiel war dort der Name Bob Hanning zu lesen. Weil es auch hier um Wichtigeres als das eben beendete Spiel ging - die Zukunft. »Bob ist immer für eine Überraschung gut«, sagte Coach Petkovic und schaute erst nach links: wohlwollendes Nicken des Managers. Beim Blick nach rechts zwinkerte er seinem kroatischen Landsmann Stipe Mandalinic zu und sprach von einem »Transfercoup«.

Der 25-Jährige wurde gerade aus Zagreb geholt. Weil die Füchse viele Verletzte haben und ihre torgefährlichsten Spieler wechseln werden: Petar Nenadic vielleicht schon im Winter nach Veszprém, Steffen Fäth im Sommer zu den Rhein-Neckar Löwen. Der linke Rückraumspieler Mandalinic kommt mit besten Referenzen: Mit 49 Toren ist er aktuell zweitbester Werfer in der Champions League. Schon am Sonntag im Heimspiel gegen Wetzlar soll er helfen, die Tabellenführung zurückzuerobern.

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