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Flackus neuer Chef der Saar-LINKEN

Lafontaine-Vertrauter will Auseinandersetzungen in der Landespartei befrieden

  • Lesedauer: 2 Min.

Völklingen. Die Saar-LINKE hat den parlamentarischen Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Jochen Flackus, zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Für Flackus stimmten am Samstag beim Parteitag in Völklingen 93 Delegierte - 49 votierten gegen ihn, 8 enthielten sich. Die Zustimmung lag damit bei 62 Prozent.

Der 62-Jährige war der einzige Kandidat für die Nachfolge von Astrid Schramm, die nach vier Jahren vor dem Hintergrund heftiger parteiinterner Querelen nicht mehr kandidiert hatte. Flackus, der einziger Kandidat war, sagte nach der Wahl, es sei »angesichts der Umstände ein ordentliches Ergebnis«.

Flackus gilt als Vertrauter von Oskar Lafontaine, dem Vorsitzenden der LINKE-Landtagsfraktion. Er war einst Regierungssprecher Lafontaines, als dieser SPD-Ministerpräsident an der Saar war.

Schramm hatte zuvor in ihrer teils von heftigen Zwischenrufen begleiteten Rede die Auseinandersetzungen innerhalb der Partei offen angesprochen. Dabei geht es um angebliche Manipulationen bei der Listenaufstellung zur Bundestagswahl, um Vorgänge in der Geschäftsstelle und um das Verhalten von Mitgliedern der Schiedskommission. Unter diesen Umständen habe es im Vorstand »keine Vertrauensbasis« mehr gegeben, sagte sie. Im Zentrum der Auseinandersetzung stand der Bundestagsabgeordnete und bisherige Landesschatzmeister Thomas Lutze. Sie wolle durch einen Verzicht auf eine erneute Kandidatur nach vier Jahren einem »Neuanfang nicht im Wege stehen«, betonte Schramm.

Flackus versprach, die Saar-LINKE wieder »in ruhiges Fahrwasser« führen zu wollen, damit die Partei dafür arbeiten könne, wofür sie gewählt worden sei - nämlich eine »Politik für die Schwachen in der Gesellschaft« zu machen. Dafür strebe er auch einen engen »Schulterschluss zwischen Partei und Fraktion« an. Seine Kandidatur sei kein einfacher Gang für ihn und für die Partei, sagte Flackus. Die Partei habe in letzter Zeit vor allem »über sich selbst und mit sich selbst« geredet, diese Gräben müssten überwunden werden, damit die LINKE ihrer Rolle als stärkster Oppositionskraft im Land gerecht werden könne.

Flackus war zuletzt als Geschäftsführer des Zentrums für Mechatronik und Automatisierungstechnik tätig. Nach der Landtagswahl im März diesen Jahres zog er erstmals in den Landtag ein und übernahm die Aufgaben als Wirtschafts- und Haushaltsexperte der LINKEN von Heinz Bierbaum, der aus Altersgründen nicht mehr angetreten war. dpa/nd

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