Proteste gegen Sklaverei in Libyen

1000 Berliner bei Kundgebung vor Botschaft / Kritik an Unterstützung durch die europäische Abschottungspolitik

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Protest in genf (Schweiz) gegen mutmaßliche Sklavenauktionen in Libyen
Protest in genf (Schweiz) gegen mutmaßliche Sklavenauktionen in Libyen

Rund 1000 Berliner mit afrikanischem Migrationshintergrund demonstrierten am Samstag vor der libyschen Botschaft in Dahlem gegen die Versklavung ihrer Landsleute in Libyen. »Unser Protest richtet sich gegen Libyen, gegen die EU und gegen die Afrikanische Union«, sagte Moctar Kamara vom Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland, der die Demonstration organisiert hatte.

Der Zerfall des libyschen Staates, aber auch die europäische Abschottungspolitik und die Unterstützung der libyschen Küstenwache durch die EU führten dazu, dass Tausende geflüchtete Afrikanerinnen und Afrikaner im Bürgerkriegsland Libyen in Gefängnissen und Internierungslagern festgehalten werden. Wie Medien- und UN-Berichte aufzeigten, zwingen Milizen sie dort unter anderem zur Prostitution und verkaufen sie auch als Sklaven. Dagegen richtete sich der Protest.

Die Organisatoren hatten auf Deutsch, Englisch und in verschiedenen afrikanischen Sprachen zur Demonstration mobilisiert. Gekommen waren sowohl langjährig in Deutschland lebende Migranten aus Ghana, Nigeria, Tschad und Burkina Farso als auch neu eingereiste Flüchtlinge aus Eritrea und Somalia. Organisator Moctar Kamara wollte die Frage nach seiner eigenen Nationalität nicht beantworten. »Das ist nicht wichtig. Ich stehe vor Ihnen als Panafrikaner.«

Auf den zahlreichen Transparenten, die die Teilnehmer mit sich führten, stand unter anderem »Sklavenhalter in Libyen - Wachhunde für die EU-Abschottung«, »Wir sind keine Ware« oder »Stoppt die Versklavung, Vergewaltigung und Ermordung von Afrikanern«. Zwei Männer hatten sich vor der libyschen Botschaft zudem in Ketten gelegt und riefen »Freiheit«, um den Sklavenhandel optisch sichtbar zu machen. Sie sprachen Arabisch, damit die libyschen Diplomaten ihre Worte verstehen konnten. Die Polizei hatte die Botschaft abgeschottet. Viele Demonstrationsteilnehmer zeigten sich enttäuscht darüber. Sie hatten gehofft, ihren Protest den libyschen Vertretern persönlich übermitteln und mit ihnen reden zu können.

»Afrikanische Menschen müssen jetzt zusammenhalten und wir, die wir in Deutschland in Freiheit leben, müssen für unsere rechtlosen Brüder und Schwestern die Stimme erheben«, sagte eine Frau aus Ghana dem »nd«. Ein junger Eritreer bekannte: »Ich habe seit vier Wochen meine Facebookseite inaktiv gestellt, weil ich die grausamen Bilder von Folterungen und Tötungen meiner Landsleute nicht mehr ertragen kann.« Nachts könne er nicht mehr schlafen. Der Eritreer berichtete unter anderem von Menschen, die mit dem Kopf nach unten aufgehangen wurden, und von anderen, denen wegen mehrerer Messerstiche das Blut aus dem Körper floss.

Wegen der schlechten Übertragungstechnik waren die vorbereiteten Vorträge der Rednerinnen und Redner aus unterschiedlichen afrikanischen Staaten kaum zu hören. Besser verstehen konnte man die vom Trommelwirbel unterstützten Sprechchöre wie »Freiheit für unsere Brüder und Schwestern« oder »Schämt euch«.

Ein somalischer Flüchtling zeigte dem »nd« Fotos von Freunden, die gerade in Libyen auf eine Weiterreise nach Europa hoffen würden. Die drei Männer auf den Fotos präsentierten frische Operationsnarben: In Libyen seien ihnen gegen ihren Willen ihre Nieren entfernt worden.

In mehreren europäischen Städten wie Paris, Genf und Brüssel demonstrierten am Samstag Tausende Menschen gegen den Sklavenhandel in Libyen.

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