Werbung

Correas fragwürdige Rückkehr

Katharina Schwirkus über die Spaltungstendenzen in Ecuadors Regierungspartei

  • Von Katharina Schwirkus
  • Lesedauer: 1 Min.

Rafael Correa fürchtet seine politische Bedeutungslosigkeit. Dass sein Nachfolger Lenín Moreno die von ihm veranlasste Verfassungsänderung, die es Politikern erlaubt, unbegrenzt oft für politische Ämter kandidieren zu können, der Bevölkerung zur Entscheidung anheim stellen will, ist dem Schöpfer der Bürgerrevolution offenbar nicht geheuer. Begnügte er sich bisher mit Attacken via soziale Medien aus Belgien, ist er nun rechtzeitig vor dem Parteitag der Regierungspartei zurückgekehrt.

Es sind keine lieben Botschaften, die der Präsident a.D. über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet. Er wirft seinem einstigen Vizepräsidenten Lenín Moreno vor, eine Konterrevolution gegen den Sozialismus des 21. Jahrhunderts anzuführen. Seit ein paar Tagen scheint er auch den offiziellen Account der Regierungspartei zu beherrschen, der im Stundentakt Unterstützer-Videos von seinen Anhängern veröffentlicht.

Mit diesen Aktionen spaltet Correa seine Partei, der Graben zwischen den Correistas und Leninistas wird immer tiefer und könnte für einige unüberwindbar werden. So zeichnet sich ab, dass das Lager von Correa auf dem Parteitag den Ausschluss von Moreno beantragen und darüber abstimmen lassen wird. Selbst wenn der Vorschlag dort eine Mehrheit gewinnen könnte, würde er von der Bevölkerung Ecuadors nicht mitgetragen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln