Heinz-Schenk-Debatte

Lexikon der Bewegungssprache

»Die Autonomen machen keine Fehler, sie sind der Fehler.« So steht es in einem programmatischen Text der sogenannten Heinz-Schenk-Debatte, die in der linksradikalen Szene Anfang der 1990er geführt wurde. In mehreren Texten (mittlerweile als Broschüre online verfügbar) stritten die Autoren dabei in der damals noch alle zwei Wochen erscheinenden praxisorientierten Fachpublikation »Interim« über die Organisierungsnotwendigkeit von linker Bewegungspolitik. Diese von den subkulturell geprägten Milieus und dem viel beschworenen Militanzfetisch zu lösen, war eines der Hauptanliegen. Auch der in den 1980er Jahren dominierenden Kampagnenpolitik wollte man eine Absage erteilen. Die Bezeichnung der Debatte geht auf zwei Autoren zurück - diese hatten den Namen des abgehalfterten Fernsehmoderators Heinz Schenk als Pseudonym gewählt. Aus der damaligen Auseinandersetzung kurz nach der Wiedervereinigung und vor der »Antifaisierung« der Szene in den folgenden Jahren entstanden linksradikale politische Verbände wie Fels und Avanti - beide sind mittlerweile in der Interventionistischen Linken aufgegangen. Unter dem Label Postautonome prägen sie noch heute die linke Bewegungspolitik. smi

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