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Egal ist, was hinten rauskommt

Kurt Stenger über ausbleibende Luftverbesserung in deutschen Innenstädten

Entscheidend ist, was hinten rauskommt - diese Maxime Helmut Kohls aus den 1980er Jahren gilt natürlich immer bei politischen Verhandlungen. Das treibt derzeit auch die Bürgermeister an, die angesichts der Stickoxidbelastung schier verzweifelt sind und endlich Geld vom Bund sehen wollen: Über zwei Jahre nach Auffliegen der Dieselbetrügereien der Autokonzerne ist die Luft in den deutschen Innenstädten kein bisschen besser geworden. Die Hersteller bringen weiter keine sauberen Modelle auf den Markt und weigern sich zudem, ihre alten Dreckschleudern umzurüsten. Für die Modernisierung oder gar Elektrifizierung der Busflotten fehlt es an Geld und geeigneten technischen Lösungen. Und die versprochene finanzielle Unterstützung durch den Bund läuft nur äußerst schleppend an.

Das soll sich nun bessern, hat die Kanzlerin den OBs erneut versprochen. Das meint sie sicher ernst, denn alle Beteiligten wollen unbedingt vermeiden, dass es zu Diesel-Fahrverboten kommt, die ab dem Frühjahr drohen, wenn ein erstes höchstrichterliches Urteil erwartet wird. Doch die Luft wird sich erst dann bessern, wenn endlich die Autoindustrie in die Pflicht genommen und ihrem Treiben ein Riegel vorgeschoben wird. Denn eines ist klar: VW, Audi Daimler & Co. scheint es nach wie vor ziemlich egal zu sein, was bei ihren Fahrzeugen im Normalbetrieb hinten rauskommt.

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