Viel mehr Wohnungslose in Lichtenberg

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Unübersehbar ist die Obdachlosigkeit in Lichtenberg geworden. Der Bezirksbürgermeister Michael Grunst (LINKE) erzählt davon, wie Menschen ohne Bleibe die Toilette im Rathaus als Waschgelegenheit nutzen. »Es ist ja ein öffentlicher Raum, da ist das möglich.«

Diese sich ausbreitende Wohnungslosigkeit - als Vorstufe der Obdachlosigkeit - bereite ihm Sorgen, sagte Grunst am Mittwoch vor Journalisten. Sprunghaft sind die Zahlen in Lichtenberg gestiegen. Vor drei Jahren waren es noch 657 Wohnungslose, für deren Unterbringung der Bezirk zuständig ist. Dieses Jahr im Juni zählte der Bezirk bereits 1572 - darunter viele Familien mit Kindern. Für Grunst ist dies eine Folge des rasanten Anstiegs der Mieten in der Stadt. Alleine kann der Bezirk das Problem nicht lösen, das ist ihm klar. Daher begrüßt er es, dass es im Januar ein Strategietreffen von Bezirken und Senat geben wird.

Die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch, die ihren Wahlkreis in Lichtenberg hat, sieht in der zunehmenden Wohnungslosigkeit ein Problem, für das es bundespolitische Lösungen geben müsse. »Schließlich kommen rund drei Viertel der Obdachlosen in Berlin aus Osteuropa.« Als Grund für deren Verelendung macht sie eine Regelung von 2016 aus, wonach Menschen aus EU-Staaten, die vom Freizügigkeitsgesetz ausgenommen sind, in Deutschland keine Grundsicherung erhalten. Wenn also ein rumänischer Arbeiter seine Arbeit verliert, steht er vor dem Nichts. Das müsse geändert werden, erklärte Lötzsch. sot

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