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Alltag eines Weltmeisters

Sprintkönig Benedikt Doll bekommt im neuen Biathlonwinter nichts geschenkt

  • Von Nicolas Reimer, Östersund
  • Lesedauer: 3 Min.

Benedikt Doll ist hin und hergerissen. »Ja«, sagt der Sprintweltmeister der Biathleten, »es wäre wirklich schön, wenn ich nichts mehr machen müsste.« Dass er trotz des WM-Coups vom Februar in seinem Marketingstudium daheim aber weiterhin »nichts geschenkt« bekomme, ist in den Augen des Schwarzwälders dann doch »vernünftig und richtig«.

Ohnehin ist es der 27-Jährige gewohnt, sich die Dinge hart zu erarbeiten - als Student, vor allem aber als Sportler. Seit seinem Debüt im Weltcup am 16. März 2012 hat Doll immer weiter an seiner Form gefeilt, er hat zu den schnellsten Läufern seiner Sportart aufgeschlossen und auch seine Schwächen mit dem Gewehr minimiert. Der Lohn für die Schinderei war der Triumph bei den Titelkämpfen in diesem Jahr in Hochfilzen, dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere. Für den Sprint beim Weltcup in Östersund am Samstag (14.45 Uhr) ist er dementsprechend motiviert, auch wenn am Donnerstag im ersten Einzel der Saison nach vier Schießfehlern erst mal nur Rang 34 heraussprang.

»Man will die Erfolge wiederholen, deshalb arbeite ich weiter an mir«, sagte er. Als »größte Baustelle« bezeichnet Doll nach wie vor das Schießen, »da habe ich im Sommer recht viel gemacht.« Durch das fehlerfreie WM-Rennen - ein Wettkampf ohne Fehlschuss war Doll zuvor nur einmal gelungen - hat er nun auch die Gewissheit, dass er es in großen Rennen kann. Das könnte die Basis für weitere Erfolge sein.

Denn das Schießen ist bei Doll vor allem Kopfsache. »Der Kopf«, sagt Doll, »ist manchmal einfach nicht da.« Das habe mitunter keine besonderen Gründe, er sei dann schlichtweg »nicht komplett aufmerksam«. Dann unterlaufen Fehler, die unnötig sind und wertvolle Positionen kosten. Auch deshalb war er in der vergangenen Saison im Gesamtweltcup nur viertbester Deutscher. An seinem Stammplatz im Team hatte es zwar nie Zweifel gegeben, aber es fühlt sich doch ziemlich gut an, »nicht mehr wie das fünfte Rad am Wagen zu sein«, sagte Doll. »Die anderen haben ja alle schon große Erfolge gefeiert. Endlich konnte ich nachziehen.«

Die zusätzlichen (Sponsoren-)Termine, die ein solcher Triumph mit sich bringt, sind für Doll aktuell kein Problem. »Ich mache das gern, es belastet mich nicht«, sagt er. Und außerdem könne er ja immer noch selbst mitentscheiden, wann er sich wo und wie zur Verfügung stellt. »Ich habe einen großen Teil der Termine abgesagt und war am Tag nach dem letzten Weltcup schon wieder in der Vorlesung«, berichtet Doll: »Weil mir meine Zukunft wichtiger ist als die Präsentation als Weltmeister.« Und weil er nach wie vor auf und neben der Strecke nichts geschenkt bekommt. SID/nd

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