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Zeitlos und erschreckend aktuell

Die Dokumentation »Guardians of Heritage - Hüter der Geschichte«

  • Von Marc Hairapetian
  • Lesedauer: 2 Min.

Unsere Prominenten sind keine Steigbügelhalter für die Story oder das Marketing», sagt Emanuel Rotstein, Produzent, Autor und Regisseur der dreiteiligen Dokumentation «Guardians of Heritage - Hüter der Geschichte» des Bezahlsenders History Channel, und ergänzt: «Sie haben aufrichtiges Interesse an den Menschen, die sie vor Ort treffen».

Auf den Schauspieler Christian Berkel trifft das zu. Berkel hat im internationalen Film häufig «das andere Deutschland» in der Nazi-Diktatur verkörpert, zum Beispiel den Stabsoffizier und Widerstandskämpfer Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim an der Seite von Hollywoodstar Tom Cruise in «Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat» (2008). Für die Dokureihe hat sich Berkel mit Gesprächspartnern wie Oded Regev, dem Leiter des «Ein Yael Living Museums» in Israel, getroffen, in dem jüdische und muslimische Kinder in Workshops zusammentreffen.

Der mittlerweile 60-jährige Berkel ist neben seinen Kolleginnen und Kollegen Ulrike Folkerts, Clemens Schick, Esther Schweins, Aglaia Szyszkowitz sowie Anchorman Hannes Jaenicke selbst zu einem «Hüter der Geschichte» geworden. Die nicht lange zurückliegenden Angriffe auf die Kulturstätten von Nineveh, Nimrod und Palmyra nehmen sie zum Anlass, an Orten rund um den Globus der Frage auf den Grund zu gehen, wie die Menschen ihre kulturelle Identität erhalten können. Gefilmt wurde in Jordanien, Bosnien und Herzegowina, Israel, den USA, Kanada, Polen, Spanien und Kambodscha sowie bei Institutionen, die für den Erhalt kultureller Vielfalt von zentraler Bedeutung sind, wie der UNESCO in Paris, dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin.

Die einzelnen Teile tragen didaktisch-plakative Titel («Kampf der Kultur», «Nie wieder» und «Lernen aus der Vergangenheit»), wobei recht flott von einem Schauplatz zum anderen gewechselt wird, man den roten Faden aber nicht verliert.

Die Motivation, an der prestigeträchtigen Eigenproduktion des Pay-TV-Senders mitzuwirken, ist jedoch unterschiedlich. Hannes Jaenicke sagt im Brustton der Überzeugung: «Wir können so viel für heute lernen, wenn wir uns mit Geschichte beschäftigen.» Clemens Schick, der in Kambodscha mit Chum Mey - einen Überlebenden des Terrorregimes der Roten Khmer - in seiner ehemaligen Zelle sprach, sieht wiederum Parallelen zur Tätigkeit als Schauspieler: «Mein Beruf ist es, Geschichten zu erzählen. Und Geschichten zu erzählen, das ist nie neutral.» Dagegen meint der Regisseur der Dokureihe, Emanuel Rotstein: «Stellung zu beziehen, ist nicht das Entscheidende. Wichtig ist eher, eine Diskussion anzuregen.» Das ist ihm auf jeden Fall gelungen.

«Guardians of Heritage - Hüter der Geschichte». History Channel, dritter Teil: 10. Dezember, alle Teile werden im laufenden Programm wiederholt.

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