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Mit Jugend und frischem Wind

Junge Menschen wollen in Adorf gegen die Bevölkerungsprognose kämpfen

  • Von Katrin Mädler, Adorf
  • Lesedauer: 3 Min.

Die Armbändchen für den Einlass haben sie mit entworfen, in gelb und aus hochwertigem Stoff. Dazu die Flyer, die für die Party werben sollen: Bunt und mit Herbstlaub. »Wir für Adorf!«, steht groß darauf. Das ist nicht nur der Slogan einer Jugendfeier, sondern auch das Motto von Lea Seiferheldt, Sarah Nanasi und ihren Schulkameraden aus der Adorfer Zentralschule in Sachsen. Sie engagieren sich seit über einem Jahr in einer Jugendarbeitsgruppe, um den Einwohnerschwund zu stoppen.

Seit 1990 ist die Bevölkerungszahl in der vogtländischen Kommune um ein Viertel zurückgegangen. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes in Sachsen dürfte Adorf bald die 5000-Einwohner-Grenze unterschreiten - schon im Jahr 2022 könnte es soweit sein. Für das Jahr 2030 sind nur noch 4500 Adorfer Bewohner prognostiziert. Ende 2015 lebten knapp 5100 Menschen in Adorf - nachdem es im Jahr 2000 noch gut 6200 waren.

Entstanden ist die Gruppe im Rahmen des Bundesprogramms »Demografiewerkstatt Kommunen«, in das Adorf im vorigen Jahr als eine von acht Gemeinden aufgenommen wurde. »Bei den ersten Analysen stellte sich heraus, dass die Jugend mehr als bisher berücksichtigt werden müsste«, erklärt Sozialpädagoge Jens Eichelberger, mobiler Jugendarbeiter in Adorf von der AWO Vogtland. Es folgte eine groß angelegte Umfrage unter der Jugend. »Ein Ort, wo man sich treffen kann, eine Art Jugendclub, das war laut der Umfrage einer der größten Wünsche«, erläutert Eichelberger, der nun die Jugend-Arbeitsgruppe leitet.

Ist Adorf jugendfreundlich? Langweilst Du Dich öfter in der Freizeit? Das waren einige der Fragen in den 370 Fragebögen, die an die Schüler und Jugendlichen in Adorf versendet wurden. 181 gültige Fragebögen konnten vom Sozialwissenschaftlichen Institut für regionale Entwicklung (SIREG) aus dem baden-württembergischen Rottenburg als Projektpartner ausgewertet werden.

Im September wurden dann die ersten Ergebnisse vorgestellt: 80 Prozent der Jugendlichen wohnen gerne in der Stadt, aber fast die Hälfte hält Adorf für wenig jugendfreundlich und langweilt sich häufiger in der Freizeit. Gibt es genügend Räume, um sich mit anderen Jugendlichen zu treffen? Die Antwort von Jugendlichen, die direkt in Adorf wohnen, fiel deutlich aus: Nein, sagten 87 Prozent. In den Ergebnissen finden sich auch die zwölf Schüler aus der Jugend-Arbeitsgruppe wieder: »Jetzt wollen wir selbst mit anpacken, um Adorf interessanter zu machen«, sagt Sarah Nanasi.

Mit dem Ergebnis der Umfrage kann man, meint der Bürgermeister Rico Schmidt (SPD), nun arbeiten. Die Jugend-Arbeitsgruppe um Jens Eichelberger half bei der Vorbereitung. Sie bauten Bänke, eine Kunst-Installation und organisierten einen DJ, Livemusik und ein Lagerfeuer. 500 Einlassbändchen stehen bereit. »Manchmal ist nicht viel los, wir haben uns bemüht, dass die Party ein Riesen-Spaß für alle jungen Leute wird«, sagt Lea Seiferheldt. dpa/nd

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