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Iris Reetz: Feuerwehrfrau

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Das Feuerwehr-Gen. Iris Reetz hat es. Ihre Mutter, ihr Vater, die Geschwister, ihre Neffen, ihr Mann Olaf, ihre Kinder - sie alle waren beziehungsweise sind Feuerwehrleute. Die Frage »Freiwillige Feuerwehr ja/nein« stellte sich ihr nicht.

»Na wie auch«, lacht sie, »wenn man seine Eltern hauptsächlich in Uniform sieht, wenn man neben dem Gerätehaus wohnt, und wenn der Vater bei jedem Anlass mit dem Martinshorn durch das Dorf düst, um die Kameraden zu mobilisieren.« Erst später bekam ihr Geburtsort Trebus eine Sirene.

Helfen in größter Not und Kameradschaft erleben, das bedeutet Feuerwehr für die Mutter von vier Kindern, es sind drei Töchter und ein Sohn. Iris Reetz leidet seit Jahren an Bronchialasthma. Aber wenn sie im Gerätehaus die Tür hinter sich schließt, dann kann sie tief durchatmen. »Feuerwehr ist mein Leben«, sagt sie.

In Trebus, später in Arensdorf und Falkenhagen bei Seelow, überall, wo sie und ihre Angehörigen wirkten, wuchs der Frauenanteil bei den Ortswehren von null auf mehr. Als sie 1992 nach Falkenhagen zog, war die Feuerwehr da noch reine Männersache. Sie überzeugte, wurde Kameradin und 1995 für fünf Jahre Jugendwart. 2010 baten die Kameraden sie, Wehrführerin zu werden. Iris Reetz sagte zu: für zwei Jahre. Die dauern jetzt schon knapp acht Jahre lang. Sie drückte extra noch mal beim Gruppenführerlehrgang die Schulbank.

Heute hat Falkenhagen 27 Feuerwehrleute, darunter sechs Frauen. Sieben Kinder sind in der Jugendwehr. Sie alle sorgten dafür, dass Falkenhagen nunmehr Stützpunktfeuerwehr ist. »Wir haben den Hut auf auch für die Nachbarorte Lietzen und Niederjesar«, erklärt die Wehrführerin.

Was mit ihr passiert, wenn die Sirene ruft? Sie fährt mit der flachen rechten Hand über den linken Oberarm. »Dann kriegt man so eine Bürste«, lacht sie. »Gänsehaut. Aber nicht aus Angst, sondern Ansporn. Man wächst über sich hinaus. Man ist bereit, für andere da zu sein. Da die Balance zu halten und nicht zu vergessen, dass Eigensicherheit vorgeht - das ist immer ein Thema.«

Was sie sich wünscht? »Es gibt kaum noch Berufsfeuerwehren. Also ist die Bevölkerung auf uns Ehrenamtliche angewiesen. Aber an uns wird gespart. Es mangelt an Schulungen, an guter Schutzkleidung, und die Technik ist veraltet.« sgu

Foto: Sybille Gurack

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