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Das Unheimliche - überall

  • Von ⋌Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: 2 Min.

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»Der Irre« - die Kaltnadelradierung von Erich Heckel gehört zu einer Serie von Bildern, mit denen der berühmte Künstler des Expressionismus 1914 nicht lediglich bedauernswert Kranke porträtierte, sondern - zumindest aus heutiger Sicht - Sinnbilder einer Zeit voller Gewalt und Verunsicherungen geschaffen hat.

»Unheimlich« heißt der Band, in dem diese Abbildung enthalten ist. Neben Erich Heckel stehen Max Beckmann, Otto Dix, James Ensor, Conrad Felixmüller, Alfred Kubin, Edvard Munch und andere mit ihren Werken für einen individuellen und gesellschaftlichen Zustand, da die Vernunft zu entgleiten droht. Selbst das eigene Heim ist kein glücklicher Ort der Geborgenheit mehr, sondern scheint von etwas Verborgenem und Bedrohlichem belagert. »Der sorgsam behütete Innenraum ist Schutz, aber auch Kerker, durch den der Schrecken nicht ausgeschlossen, sondern eingeschlossen wird, eine Gruft, in deren Dunkelheit das Ich mit der eigenen Dunkelheit unentrinnbar konfrontiert ist, und in der das Ich, das sich nicht vor der Gewalt des Raums, nicht vor sich selber schützen kann, beerdigt ist«, schreibt Volker Adolphs in seinem Essay »Die Orte der Angst« im Buch. »Es ist die Nacht des haltlos irrenden Subjekts der Moderne«, die, so sei hinzugefügt, in der heutigen populären Kultur zu einem fast unerschöpflichen Stoff geworden ist, um durch Erfindungen des Schreckens das Unheimliche in der Realität zu sublimieren.

Irmtraud Gutschke

Volker Adolphs (Hg.): Unheimlich. Innenräume von Edvard Munch bis Max Beckmann. Hirmer Verlag. 240 S., geb., 45 €.

Abb.: © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

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