Die Gründerin

Die New Yorker Sozialarbeiterin Tarana Burke hat den Hashtag #MeToo gegründet, doch in der Debatte ist sie nur eine Randfigur

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Tarana Burke (Mitte) ist die eigentliche Gründerin von #MeToo
Tarana Burke (Mitte) ist die eigentliche Gründerin von #MeToo

Das US-Magazin »Time« hat am Mittwoch die Frauen, die hinter der MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt stehen, mit der Auszeichnung »Person of the Year« gewürdigt. Mit der Auszeichnung werden von dem Magazin Personen bedacht, die im laufenden Jahr die öffentliche Debatte weltweit am stärksten geprägt haben.

Die Ehrung hat »Time« mit Bildern der Frauen illustriert, die für diese Bewegung stehen. In der Bilderstrecke ist neben all den prominenten Frauen auch die New Yorker Sozialarbeiterin Tarana Burke zu sehen. Während in den sozialen Netzwerken in den USA seit gestern bereits eine Debatte darüber tobt, warum »Time« bei der Wahl der drei prominenten Frauen für das Magazin-Cover die Auslöserin der MeToo-Debatte, die Schauspielerin Alyssa Milano, ausgespart hat, bleibt Burke vor allem in den deutschsprachigen Medien weiterhin eine Randfigur.

Dabei ist die 44-Jährige die eigentliche Urheberin der Bewegung. 1996 leitete die heutige Direktorin von »Girls for Gender Equity«, einer Organisation, die sich die Förderung von jungen farbigen Frauen zum Ziel gesetzt hat, ein Jugendcamp. Eines Tages, erzählte Burke Mitte Oktober dem US-Sender CNN, sei ein Mädchen zu ihr gekommen und habe ihr von der Vergewaltigung durch den Freund der Mutter berichtet. Sie habe sich, so Burke weiter, die Geschichte des Mädchens angehört und ihr kurz angebunden die Adresse einer Therapeutin genannt. Später, als das Mädchen wieder weg war, sei ihr klar geworden, dass sie die Heranwachsende ohne ein Wort des Trostes in die Welt hinausgeschickt und nicht einmal die Kraft gefunden habe, ihr zuzuflüstern: »Me too« - also sinngemäß: Ich weiß, wovon du sprichst, denn das, was dir widerfahren ist, ist anderen Frauen und mir auch angetan worden.

Knapp zehn Jahre danach gründete Burke die Bewegung »Me too«. Und wiederum zehn Jahre später hat Alyssa Milano den Begriff von Tarana Burke übernommen und für seine weltweite Verbreitung gesorgt.

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