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Die Bankerversteher

Kurt Stenger über deutsche Bremsspuren bei den Kapitalvorschriften

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.

Dass Banken möglichst konservativ bei risikoreichen Geschäften vorgehen sollten, braucht man wohl niemandem mehr zu erklären. Die jüngsten Probleme von Geldhäusern in Italien und Portugal haben das noch einmal eindrucksvoll bestätigt, wobei es um das klassische, gar nicht hoch spekulative Geschäft mit der Vergabe von Krediten ging. Wohl dem, der mit ausreichendem Kapitalpuffer für den Fall vorgesorgt hat, dass viele Darlehensnehmer, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr zahlen können.

Umso skandalöser ist es, dass die EU-Vertreter und vor allem die deutsche Regierung im Baseler Bankenausschuss über viele Monate eine Einigung auf strengere internationale Vorgaben blockierten – wie bei der Finanzkrise stellten sie sich wieder vor ihre Banken, die bisher mittels eigener Bewertungsmodelle ihre Geschäftsrisiken kleinrechnen konnten mit der Folge, dass sie weniger Kapital vorhalten mussten und mehr Kredite vergeben konnten. Diesem Treiben wird nun endlich ein Riegel vorgeschoben - allerdings endgültig erst ab dem Jahr 2027, noch ein Erfolg der hiesigen Bankerversteher. Und so wird uns trotz aller Abwicklungsmechanismen und Stresstests das lästige Bankenrisiko noch lange erhalten bleiben.

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