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Da gibt’s Blu-hu-men

Frank Schöbel wird heute 75

  • Von Sophia-Caroline Kosel
  • Lesedauer: 3 Min.

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Von A wie »Alles im Eimer« bis Z wie »Zeit zum Kuscheln«: 600 Lieder hat er bisher gesungen, davon 350 selbst komponiert. »Und ich kann noch viel zu viele auswendig«, sagt Frank Schöbel, der seit 55 Jahren auf der Bühne steht. Vor fünf Jahren bekam der Schlagerstar die »Goldene Henne« für sein Lebenswerk, das noch längst nicht beendet ist. Die »Tour de Frank« 2018 sei schon jetzt gut ausgebucht, berichtet der blond-gelockte Publikumsliebling, der an diesem Montag 75 Jahre alt wird.

Fast wäre alles anders gekommen. Der Sohn einer Opernsängerin, der im gleichen Jahr geboren wurde wie Aretha Franklin, Paul McCartney, Lou Reed und Jimi Hendrix, wollte gar kein Musiker werden - sondern Meteorologe. Doch als der Leipziger sich mit 16 um eine Ausbildung bewerben wollte, war er noch zu jung dafür. Der neue Berufswunsch kam dem Bühnenleben schon näher: Kameramechaniker. Nach Abschluss der Lehre hielt er es aber nur einen halben Monat aus. Er beschloss zu singen.

1962, im Gründungsjahr der Rolling Stones, fing seine Karriere beim Leipziger »Tanzorchester der Sonderklasse Heinz Müller« an. 1964 nahm Schöbel seine ersten Songs auf. Die mag er heute nicht mehr. Seinen ersten Solotitel »Jede Frau wünscht sich gern ein paar Blu-hu-men« habe er 1964 im Funk eingesungen - und dann nie wieder, berichtet er. »Er gehört zu den Liedern, die die Welt nicht braucht«, sagt Schöbel. Den Titel »Hey, hey Klaus, es sieht nach Schnee aus« aus dem gleichen Jahr, mit dem er auf Anhieb in die DDR-Hitparade kam, bezeichnet er als »grauenvolle Nummer«.

Athletische Figur, blaue Augen, Jeans, Lederjacke. Schöbel war immer ein Frauenschwarm. Zwei schöne Damen hatte der Sänger vor dem Mauerfall privat und beruflich an seiner Seite. Mit der gleichaltrigen Chris Doerk bildete er ein umschwärmtes Traumpaar der 1960er Jahre, das mit humorvollen, frechen Schlagern den Nerv des Publikums traf und Millionen Schallplatten verkaufte. Nach sieben Jahren zerbrach die Ehe, auch das Bühnenpaar gab es lange nicht mehr.

Für Schöbel ging es solo weiter, Hit für Hit. Evergreens wie »Ich geh vom Nordpol zum Südpol zu Fuß«, »Wie ein Stern« bis »Gold in Deinen Augen« schafften es Anfang der 1970er Jahre auch in die westdeutschen Hitparaden. Zehn Mal wurde er zum Fernsehliebling der DDR gewählt. Zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Aurora Lacasa und den Töchtern Odette und Dominique war er jahrelang am Heiligabend ein fester Programmpunkt im DDR-Fernsehen mit »Weihnachten in Familie«. Die gleichnamige Schallplatte gilt als meistverkauftes Album der DDR-Plattenfirma Amiga. 1,7 Millionen Mal ging sie über den Ladentisch. Die Ehe mit Aurora Lacasa zerbrach jedoch 1996 nach 20 Jahren.

Knapp drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall hat Schöbel, Spitzname »Frankie-Boy«, noch immer ein treues Publikum im Osten. Einige TV-Sendungen mit ihm stünden an, sagt er. Und der MDR strahlt am 16. Dezember (20.15 Uhr) seine Jubiläumsgala aus. dpa

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