Weihnachtsgaben aus der Ausbeuterhölle

In Chinas Spielzeugfabriken schuften Arbeiter unter teils unerträglichen Bedingungen zu mickrigen Löhnen

  • Von Finn Mayer-Kuckuk, Peking
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Die Arbeiter sollten den Kleber mit einem Pinsel auf die Verpackung der Barbie-Puppe auftragen - ohne Atemmaske und ohne Handschuhe, 2000 Mal pro Schicht. »Nach einer Weile sah der Kleber auf meinen Händen aus wie eine zweite Hautschicht«, berichtet ein verdeckter Ermittler aus der Spielwarenfabrik Dongguan Chang’an Mattel Second Factory in der südchinesischen Provinz Guangdong. Die Arbeiter hatten nur drei Minuten Einweisung durch den Schichtleiter erhalten, bevor sie die Heißklebemaschine bedienen sollten. Und zwar in wahnsinnigem Tempo: Wenn zu Schichtende die Quote nicht erfüllt ist, müssen alle Arbeiter zu Pflichtüberstunden am Band bleiben.

Chang’an Mattel ist kein Einzelfall, wie eine Untersuchung der Arbeitsrechtsorganisation China Labor Watch zeigt. Freiwillige Mitarbeiter der Organisation haben in den vergangenen Monaten in mehreren südchinesischen Spielzeugfabriken angeheuert und ihre Erfahrungen vor Ort dokumentiert. D...


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