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Alte Gedenktafel für deutschen Antifaschisten neu enthüllt

Wolfgang Knabe versteckte in seinem Haus in Schönow einen Juden vor der Gestapo - auch am Neubau der Grundschule wird daran erinnert

  • Von Anne-Katrein Becker
  • Lesedauer: 3 Min.

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Zu denen, die sich ab 1933 der faschistischen Gewaltherrschaft mutig entgegenstellten, gehörte der Dreher Wolfgang Knabe, ein Sozialdemokrat aus Schönow (Barnim), einem Ortsteil der Stadt Bernau.

Eine alte Gedenktafel, die an den Widerstandskämpfer erinnert, wurde kürzlich zu seinem Todestag am 30. November an der Grundschule neu enthüllt - im Beisein seiner Tochter Edith Pfeiffer und zahlreicher Einwohner. Bernaus Bürgermeister André Stahl (LINKE) betonte bei dieser Gelegenheit, wie wichtig es sei, an Menschen wie Wolfgang Knabe zu erinnern. Der kommissarische Grundschulleiter Jörg Stutzke wies darauf hin, dass auch im Unterricht mit den Schülern über den antifaschistischen Widerstand von Bürgern ihres Heimatortes gesprochen wird.

Wolfgang Knabe war Sozialdemokrat, er hatte sich in der Gewerkschaft und in der linken Jugendbewegung politisch engagiert. Das führte ihn in eine Widerstandsgruppe, die Familien von Verhafteten unterstützte, Verfolgten zur Flucht verhalf und Flugblätter gegen das Hitlerregime verteilte. 1936 wurde die Widerstandsgruppe entdeckt und Wolfgang Knabe für ein Jahr und neun Monate wegen Hochverrats im Zuchthaus Brandenburg-Görden eingekerkert. Nach seiner Entlassung suchte er wieder den Kontakt zu früheren Mitkämpfern. Gemeinsam mit seiner Frau Hildegard, die er 1940 in Schönow geheiratet hatte, engagierte er sich in der Widerstandsgruppe um Herbert Baum. Als Wolfgang Knabe im Sommer 1942 auf dem Rückweg von der Arbeit auf dem Berliner S-Bahnhof Gesundbrunnen von einem Bekannten angesprochen wurde, ob er in seinem Haus in Schönow einen jüdischen Verfolgten aufnehmen würde, bat er darum, dies erst mit seiner Frau zu besprechen. Inzwischen hatte das Paar eine kleine Tochter, Edith, die gerade mal ein Jahr alt war. Das Ehepaar Knabe entschied sich dafür, den verfolgten 26-jährigen Juden Felix Heymann vor der Gestapo in ihrem Haus in der Friedensstraße zu verstecken. Etwa zwei Wochen lang konnten sie ihm hier eine sichere Bleibe bieten. Doch diese mutige Tat wurde ihnen zum Verhängnis.

Im Februar 1943 wurde Wolfgang Knabe verhaftet. In der Anklageschrift gegen ihn und seine Frau heißt es, dass sie »Felix Israel Heymann aus eigener staatsfeindlicher Einstellung heraus vor dem Zugriff der Behörden behilflich sein und die Gelegenheit zur Flucht verschaffen« wollten.

Als am 26. Oktober 1943 das Urteil verkündet wurde, war Wolfgang Knabe von Folter und Krankheit so geschwächt, dass er auf einer Trage in den Gerichtssaal gebracht werden musste. Am 30. November 1943 starb Wolfgang Knabe in der Haftanstalt Berlin-Moabit.

Die Schönower Schule trug bis zum Ende der DDR den Namen Wolfgang Knabe. Davon kündete auch für jeden Passanten gut sichtbar eine Gedenktafel am Schulgebäude. Nach dem Abriss der alten Schule wurde die Tafel gesichert und ist nun vor dem neuen Schulgebäude aufgestellt worden. Die Tochter von Wolfgang Knabe, Edith Pfeiffer, zeigte sich sehr erfreut, dass die Gedenktafel für ihren Vater wieder zu sehen ist und dass so viele Bürger an der Enthüllung der Tafel teilgenommen haben.

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