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Umkämpfte Gala

Nicht nur der Preisträger Ken Jebsen ist umstritten

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 2 Min.

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An diesem Donnerstag erhält der Journalist Ken Jebsen im Berliner Kino Babylon den »Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik«. Die Veranstaltung findet nach einer konfliktreichen Vorgeschichte statt - Berlins Kultursenator Klaus Lederer (LINKE) wollte sie verhindern, weil er darin einen »Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte« sieht; das Amtsgericht Berlin-Mitte befand jedoch, der Mietvertrag für die Preisverleihung in dem vom Senat subventionierten Kino habe rechtlichen Bestand. Eine »Demonstration für Presse- und Meinungsfreiheit« unterstützt die Preisverleihung, angekündigt ist auch eine Gegendemo »Klare Kante gegen Querfront«.

Verliehen wird der Preis vom Internetblog »NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung«, das eng verflochten ist mit dem Verein Arbeiterfotografie e.V. und dessen Website. Beide Plattformen werden maßgeblich von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann betrieben und stehen in der Kritik, in politischen Auseinandersetzungen, etwa bei Debatten über Friedensdemonstrationen, Argumentationslinien von links und rechts zu verwischen. Aus diesem Grund hatte die renommierte Fotografin Gabriele Senft bereits 2014 die Zusammenarbeit mit »Arbeiterfotografie« beendet, auch angesichts der Debatten über die so genannte neue Friedensbewegung. Ebenfalls scharf distanzierte sich 2016 die VVN-BdA von »Arbeiterfotografie« und ihren Betreibern. VVN-Bundesgeschäftsführer Thomas Willms schrieb damals, Fikentscher und Neumann »beugen sich jedes Ereignis so zurecht, dass es ihr Weltbild stabilisiert« und bezögen sich auch »positiv auf den beunruhigend erfolgreichen Kopp-Verlag mit seinem Wust an rechtsextremen und wahnhaften Produkten«. Wenn es nach der »Arbeiterfotografie« gehe, »sind die USA sogar für das Erdbeben von Fukushima verantwortlich, das sie mit Hilfe einer geheimnisvollen Erdbebenwaffe erzeugt hätten«.

Gabriele Senft wiederum hatte schon 2014 formuliert, sie wolle »nicht mit einem Herrn Jebsen ... in Zusammenhang gebracht werden oder mit dem Gesangsduo Bandbreite«. Jebsen wird nun ausgezeichnet, und zum musikalischen Rahmenprogramm gehört Bandbreite - eine Band, die mit ihren Texten und Auftritten immer wieder Kontorversen über nach rechts und rechts außen anschlussfähige Position auslöst. Ebenfalls zum Programm gehört der aus Israel stammende Jazzmusiker und Palästina-Aktivist Gilad Atzmon. Der wird wegen seiner überaus radikalen Kritik an der israelischen Palästina-Politik von Teilen der palästinensischen Bewegung als »unerwünschter Mitstreiter« bezeichnet; andere werfen ihm antijüdische Äußerungen vor.

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