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Eukalyptus macht nicht satt!

Bartolomeu António: In zehn Jahren werden wir eine große Krise auf dem Land haben

  • Lesedauer: 3 Min.

Global agierende Agrarkonzerne wie Monsanto und Bayer stellen sogenanntes Hybridsaatgut her und sagen, dass es hilfreich für die Bauern und Bäuerinnen ist. Wie stehen die Bauern und Bäuerinnen in Ihrem Verband dazu?
Bartolomeu António: Wir sind gegen den breiten Einsatz von Hybridsaatgut. Hybridsorten wachsen zwar oft schnell, aber sie lassen sich erfahrungsgemäß nicht gut und lange lagern. Das sind für die Bauern aber wichtige Eigenschaften. Wir sind daher für die Nachzüchtung lokaler Sorten, die für die Bauern wichtige Eigenschaften mitbringen.

Bartolomeu António ist für den Bereich ländliche Entwicklung beim Kleinbauernverband UNAC in Mosambik verantwortlich. INKOTA unterstützt den Verband bei der Bewahrung und Vervielfältigung von Saatgut. Mit Bartolomeu António hat INKOTA-Projektreferentin Christine Wiid gesprochen.
Bartolomeu António ist für den Bereich ländliche Entwicklung beim Kleinbauernverband UNAC in Mosambik verantwortlich. INKOTA unterstützt den Verband bei der Bewahrung und Vervielfältigung von Saatgut. Mit Bartolomeu António hat INKOTA-Projektreferentin Christine Wiid gesprochen.

UNAC unterstützt die Wiedergewinnung und Bewahrung von lokalem Saatgut. Weshalb ist das wichtig?
Zum einen sehen wir die zunehmende Monopolisierung des Saatgutmarkts sehr kritisch, zum Beispiel die geplante Übernahme von Monsanto durch Bayer. Zum anderen haben wir auch ganz praktische Gründe: Der Zugang zu gutem Saatgut ist für viele landwirtschaftliche Produzenten sehr beschränkt, oder sie haben kein Geld, um Saatgut zu kaufen. Außerdem ist die Qualität des angebotenen Saatguts oft schlecht. Mais zum Beispiel wird von vielen Bauern gelagert, eigentlich müsste er fünf bis sechs Monate überdauern. Aber nach zwei Monaten verdirbt er oft schon. Gleichzeitig verschwinden immer mehr lokale Sorten und damit auch ihre Vorteile.

Saatgut teilen: In Mosambik ist der Austausch und Nachbau von Saatgut gefährdet

Welche Sorten sind für die Bauern und Bäuerinnen am wichtigsten?
Am wichtigsten sind Mais und Bohnen, aber auch Maniok und Kartoffeln. Wir sind dabei, alle in Mosambik verwendeten Sorten zu erfassen und ein Sortenregister zu erstellen. In der Provinz Manica haben wir gerade eine Erhebung gemacht, um herauszufinden, welche verschiedenen Sorten es gibt - dabei haben wir auch Gemüse- und Obstsorten erfasst. Dann entscheiden wir gemeinsam mit den Bauern, welche Sorten vervielfältigt werden sollen, und bauen sie dann zunächst auf Demonstrationsfeldern an. Die entsprechenden Techniken vermitteln wir, also die Mitarbeiter der UNAC - einige von uns haben das im Rahmen einer Kooperation mit brasilianischen Nichtregierungsorganisationen gelernt. Außerdem arbeiten wir mit staatlichen landwirtschaftlichen Beratern zusammen.

Wie, glauben Sie, sieht die mosambikanische Landwirtschaft in zehn Jahren aus?
Wenn die Landwirtschaftspolitik weiterhin vor allem auf Großprojekte setzt, werden wir in zehn Jahren eine große Krise auf dem Land haben. Wer Mosambik ernährt, sind die Kleinbauern - aber diese werden zunehmend marginalisiert. Schauen wir auf die Eukalyptusprojekte: Eukalyptus macht nicht satt! Das Gleiche gilt zum Beispiel auch für große Bananenplantagen wie Bananalândia oder Matanusca: Diese Früchte sind nicht für den heimischen Markt, sondern vor allem für den Export bestimmt.

Also muss es eine grundlegende Wende geben?
Wenn es nach der UNAC ginge, dann würde sich die Landwirtschaftspolitik in Zukunft mehr an den Bedürfnissen der Kleinbauern und am Konzept der Ernährungssouveränität ausrichten. Dazu gehören auch der freie Zugang zu Saatgut und der Erhalt der lokalen Vielfalt. Wir von UNAC werden auch in den nächsten Jahren hart daran arbeiten, diesen Zielen näher zu kommen. Und wir sind froh, dass wir dabei die Entwicklungsorganisation INKOTA aus Deutschland als einen internationalen Partner an unserer Seite haben. Solidarität ist hilfreich.

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