Werbung

Richtig gendern will gelernt sein

Neues Standardwerk klärt über geschlechtergerechte Sprache auf und unterscheidet 32 Zuordnungen

  • Von Jürgen Amendt
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die deutsche Sprache war schon immer umkämpft. So muss sich seit jeher das Hochdeutsche des Dialekts erwehren - und umgekehrt. In manchem südwestdeutschen und süddeutschen Idiom wird noch heute das Weibliche immer dann, wenn die zu bezeichnende Person abgewertet werden soll, zur Sache erklärt; dann heißt die Nachbarin, die Schwiegertochter oder -mutter »das Mensch«. In gewissem Sinne ist das zwar gendergerecht, allerdings nicht besonders respektvoll.

Was kümmert uns aber der Anstand, wenn es um Grundsätzliches geht. 12 Euro, so viel bzw. so wenig muss man ausgeben, wenn man sich das neue Standardwerk aus der Duden-Redaktion zulegen will. Es heißt »Richtig gendern« und gibt laut Werbung des Verlages Hinweise dazu, wie viele Geschlechter es gibt, welche sprachlichen Möglichkeiten für das Gendern, also die geschlechtergerechte Sprache, existieren, wie man die richtige dieser Möglichkeiten für seine Institution oder Firma identifiziert und wie vermieden werden kann, dass der Text durch die vielen Binnen-I, Sternchen und Unterstriche in und zwischen den Wörtern »zu sperrig wird«.

Der Ratgeber ist dringend notwendig, denn die Zahl der Geschlechter hat zugenommen. Es gibt mittlerweile mindestens 32 Zuordnungen, vom einfachen Mann (Mann), Frau (Frau) und Bigender (also jene, die Mann und Frau in sich vereinen) über Transgender (Menschen, deren Geschlechtsidentität von der abweicht, die ihnen bei der Geburt aufgrund körperlicher Merkmale zugewiesen wurde) bis zu Demiboys und Demigirls (Personen, die sich teilweise als Mann/Junge oder Frau/Mädchen identifizieren, egal welches Geschlecht bei der Geburt bestimmt wurde). Es gibt zahlreiche Zwischenstufen; etwa mehrere Ausprägungen des »fließenden Geschlechts« (Genderfluid), bei denen sich das Geschlecht manchmal, sehr oft oder nur sehr selten ändert (auch mehrmals am Tag). Die Skala ist nach oben hin offen.

In der Einleitung des neuen Duden-Ratgebers, so hat eine grobe Durchsicht ergeben, halten sich die zwei Autorinnen Anja Steinhauer und Gabriele Diewald an das, was sie im Buchtitel versprechen. Doch ausgerechnet im Impressum ist der Duden-Redaktion ein schwerwiegender Fauxpas unterlaufen; hier firmieren Steinhauer und Diewald jeweils als »Autor«. Allerdings könnte das wiederum richtig sein, jedenfalls dann, wenn sich das generische Maskulinum nicht auf das Geschlecht der Autorinnen bzw. deren Vornamen bezieht, sondern auf grammatikalische Zuordnung des Familiennamens: »der Steinhauer« und »der Diewald« wäre dann durchaus korrekt gegendert.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen