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  • Politik
  • Prozess gegen "Feine Sahne"-Sänger

»Monchi« vor Gericht

Der Sänger der Punkband Feine Sahne Fischfilet soll Nazis mit Stühlen beworfen haben

  • Von Maria Jordan
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der Sänger der linken Punkband »Feine Sahne Fischfilet«, Jan Gorkow, muss sich an diesem Montagnachmittag wegen Landesfriedensbruch vor dem Güstrower Amtsgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im Mai 2015 bei einer Demo für Flüchtlingsrechte und gegen Rassismus, Stühle und Flaschen auf rechte Gegendemonstranten geworfen zu haben.

Zum Vorfall: Im Mai 2015 versammelten sich im mecklenburg-vorpommerschen Güstrow etwa 150 Menschen zu einer Kundgebung unter dem Motto »Wir wollen Frieden und Glück«. Unter den Demonstranten waren viele in Güstrow lebende Geflüchtete – der Anlass für die Kundgebung waren rassistische Anfeindungen, denen viele von ihnen tagtäglich ausgesetzt sind. Zuvor kam es außerdem zu mehreren Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt.

Die ortsansässigen Neonazis, darunter NPD-Stadtvertreter Nils Matischent, ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen und nutzen das geringe Polizeiaufgebot für einen Angriff auf die Teilnehmer der Kundgebung. Um die Geflüchteten vor der Attacke zu schützen, stellten sich einige Linke, die sich der Kundgebung angeschlossen hatten, darunter Jan »Monchi« Gorkow, zwischen Demoteilnehmer und Neonazis. Es kam zu einer Auseinandersetzung, die zum Teil vermummten Rechten gingen mit Stühlen eines Restaurants auf die Linken los. »Der Angriff auf die Kundgebung kam für uns nicht unerwartet, dennoch sind wie schockiert darüber«, sagte seinerzeit der Sprecher der Güstrower Geflüchteten, Khalid Mohammednur, über den Vorfall.

Nun müssen sich Jan Gorkow und zwei weitere Antifas wegen Landesfriedensbruchs vor dem Amtsgericht Güstrow verantworten. Das Verfahren gegen die Neonazis wurde zuvor eingestellt – offenbar jedoch versehentlich. Gorkows Rechtsanwalt Michael Noetzel sagte gegenüber dem NDR, es sei unverständlich, warum drei Linke zwei Jahre nach dem Vorfall vor Gericht gestellt würden, während alle Verfahren gegen Nazis, darunter ein vielfach vorbestrafter NPD-Stadtvertreter, eingestellt wurden. »Ich finde das empörend«, so Noetzel. Inzwischen heißt es jedoch, dass die Ermittlungen auch gegen Rechts wieder aufgenommen werden. Dies bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock dem Nachrichten-Portal »Endstation Rechts«.

Während des Prozesstermins gegen Gorkow und die beiden anderen findet in Güstrow eine Kundgebung gegen die Verharmlosung von Nazigewalt statt. Die Stadt werde täglich zum Schauplatz rassistischer oder antisemitischer Übergriffe, Täter würden fast nie verurteilt, auch wenn sie bekannt seien, heißt es im Aufruf zu Kundgebung. Vor dem Gerichtsgebäude solidarisierten sich zu Prozessbeginn rund 80 Personen mit »Monchi« und den anderen Angeklagten. Die Bandkollegen des Sängers fuhren mit dem Tourbus vor.

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Das Blättchen Heft 20/18