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Ein Treff für die Nachbarschaft

Stadtaktivisten wollen gemeinsam ein Kiezhaus im Wedding eröffnen

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: 3 Min.
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Sie nennen es Kiezhaus. Aber: »Zwei große Räume, Küche, Bad, das reicht uns schon. Und ein Schaufenster zur Straße.« Das sagt Nima Kaviani von der Gruppe »Lager Mobilisation Wedding«, die gemeinsam mit der Erwerbsloseninitiative Basta, der Gruppe »Hände weg vom Wedding« und dem interkulturellen urbanen Gartenprojekt »Im Garten« ein neues Nachbarschaftshaus gründen wollen.

Seit mehr als einem Jahr planen die Initiatoren den Kieztreff schon. Sie haben einen Verein gegründet, passende Räume angeschaut. Und über einen Namen nachgedacht. »Wir haben nach einer weiblichen Person gesucht mit einem positiven geschichtlichen Bezug«, sagt Kaviani. Entschieden haben sie sich schließlich dafür, das Kiezhaus nach Agnes Reinhold zu benennen. Warum? »Wir konnten uns alle mit ihr identifizieren: vor allem mit der Art, wie sie auf Menschen zuging.«

Agnes Reinhold war im 19. Jahrhundert aus dem Berliner Umland in die Stadt gezogen. Sie war politisch aktiv, vor allem verbreitete sie anarchistische Zeitungen und Flugblätter. »Sie leistete damit einen frühen Beitrag dazu, die entwürdigenden Lebensumstände der Arbeiterinnen und Arbeiter anzuprangern und zur politischen Aktion aufzurufen«, so steht es in einer Broschüre der Gustav Landauer Denkmalinitiative, die das Leben von Reinhold erst kürzlich aufgearbeitet hat. Weiter heißt es: »Ihr unerschrockenes Eintreten gegen die menschenunwürdigen Zustände im Frauenzuchthaus Delitzsch weist sie als bislang vergessene frühe Kämpferin für Frauenrechte aus.« Zum Verteilen der Flugblätter war Reinhold viel in der Stadt unterwegs. Sie organisierte Geheimtreffen in der eigenen Wohnung und unterhielt ein Netzwerk aus Kontakten auch in andere deutsche und europäische Städte.

Das Kiezhaus soll nicht nur »offen für die Nachbarschaft« sein, erklärt Kaviani, sondern »wir wollen auch zu den Menschen hingehen und sie einladen mitzumachen«. »Wir haben einen basisdemokratischen Ansatz«, fügt er hinzu. Das heißt: Alle Nutzer sollen sich an den Inhalten beteiligen und diese bestimmen. Wenn sie zum politischen Ansatz der Initiativen passen: Die Gruppen setzen sich unter anderem gegen Gentrifizierung und strukturellen Rassismus ein und wollen das auch in den Aktivitäten des Kiezhauses widergespiegelt sehen.

Nachbarn sollen dabei unterstützt werden, sich gegen Modernisierungen zu wehren, die sie aus ihrem angestammten Wohnumfeld vertreiben würden. Betroffene sollen sich vernetzen können, »um gemeinsame Kämpfe zu führen«, heißt es in einem Video auf der Internetseite der Initiative. Geplant sind darüber hinaus bisher unter anderem eine Mieterberatung und ein Sprachcafé. »Im Garten« will seine Koordinierungstreffen im Kiezhaus abhalten und Veranstaltungen für Interessierte anbieten.

Bis zum Frühjahr wollen Kaviani und seine Mitstreiter passende Räume gefunden haben. Im Sommer soll das »Kiezhaus Wedding« dann seine Türen öffnen. Zur Finanzierung sind mehrere Stiftungen angefragt. Vor allem suchen die Initiatoren aber Fördermitglieder. »Langfristig wollen wir uns mithilfe vieler kleiner Spenden tragen.«

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