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Ein reich bestücktes Sternenzelt

Sonne, Mond und Sterne im Januar

  • Von Hans-Ulrich Keller, Stuttgart
  • Lesedauer: 4 Min.
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Der abendliche Sternenhimmel ist im Winter besonders eindrucksvoll. In keiner anderen Jahreszeit ist das Sternenzelt am Abend so reich mit hellen Sternen bestückt. Blickt man fast senkrecht nach oben, sieht man einen hellen, gelblich leuchtenden Stern - die Kapella. Der Hauptstern des Sternbildes Fuhrmann steht an der Spitze des Sternenpolygons, das den Fuhrmann markiert. Der Fuhrmann gilt als Erbauer des Himmelswagens, der nun im Nordosten emporsteigt.

Der Himmelsjäger Orion, Leitsternbild des Winterhimmels, fällt halbhoch im Süden auf. Seine beiden hellsten Sterne sind der rötliche Schulterstern Beteigeuze und der bläuliche Fußstern Rigel. Dazwischen markieren drei Sterne zweiter Größe in einer Linie den Gürtel des Orion. Man spricht daher auch von den Gürtelsternen.

Im Südosten strahlt Sirius als hellster Stern des Nachthimmels bläulich-weißes Licht aus. Sirius ist Hauptstern im Bild Großer Hund. Etwas höher leuchtet Prokyon im Kleinen Hund. Prokyon heißt »Vorhund«, denn Prokyon geht in unseren Breiten vor Sirius auf. Sirius und Prokyon zählen zu den Nachbarsternen unserer Sonne. Sirius ist etwa neun und Prokyon elf Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. Leicht einprägsam ist das große Wintersechseck. Es setzt sich aus den Sternen Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund sowie Pollux in den Zwillingen zusammen.

Knapp über dem Osthorizont ist der Löwe erschienen - das Leitsternbild des Frühlings. Hoch im Nordwesten zeigt sich die Kassiopeia, ein Sternbild, das leicht auszumachen ist: Seine Sterne formen den Buchstaben W, man spricht vom Himmels-W. Die mittlere Spitze deutet auf den Polarstern, der an der Schwanzspitze des Kleinen Bären sitzt. Von den Herbstbildern hält sich noch Perseus fast im Zenitbereich auf. Andromeda, Pegasus sowie Widder und Fische nehmen ihre Plätze am Westhimmel ein.

Während der abendliche Sternenhimmel im Januar ohne frei sichtbare Planeten bleibt, sind am Morgenhimmel Mars und Jupiter zu sehen. Mars wandert durch das Sternbild Waage und wechselt am Monatsende in den Skorpion. Dessen Hauptstern Antares ist an Farbe und Helligkeit mit Mars vergleichbar. Zurzeit ist Mars fast gleich hell wie Antares, dessen Name »marsähnlicher Stern« bedeutet.

Jupiter wandert durch das Sternbild Waage. Geht der gelbliche Riesenplanet zu Jahresbeginn noch kurz vor 4 Uhr auf, erscheint er Ende Januar schon gegen 2.30 Uhr über dem Südosthorizont. Jupiter ist wesentlich heller als Mars, der ihn erst im Juli an Glanz übertreffen wird. Am 7. Januar wird Jupiter knapp südlich von Mars überholt. Am 11. gesellt sich die abnehmende Mondsichel zu Mars und Jupiter. Das Dreigestirn ist gegen 7 Uhr tief am Südosthimmel zu sehen.

Der Merkur zeigt sich in der ersten Januarwoche ebenfalls am Morgenhimmel. Unter guten Sichtbedingungen kann man ihn in der beginnenden Morgendämmerung tief am Südosthorizont erspähen. Nach dem 10. wird man vergeblich nach dem Benjamin der Planeten Ausschau halten.

Venus überholt am 9. die Sonne. Von der Erde aus gesehen befindet sie sich hinter der Sonne. Sie hält sich mit ihr am Taghimmel auf und bleibt nachts unter dem Horizont.

Ende Januar erscheint allmählich Saturn auf der morgendlichen Himmelsbühne. Sein Aufgang erfolgt am Monatsletzten kurz vor 6 Uhr. Erst Ende Juni wird der Saturn die gesamte Nacht am Firmament vertreten sein.

Zu Jahresbeginn flammen die Meteore der Quadrantiden auf. Sie scheinen aus dem Sternbild Bootes zu kommen, weshalb sie auch Bootiden heißen. Sie sind in den Morgenstunden zu sehen. Die meisten Sternschnuppen sind in der Nacht vom 3. auf 4. Januar zu erwarten.

Zweimal wird im Januar die Vollmondphase erreicht. Am 2. tritt 3.24 Uhr Vollmond ein. Er ist im Sternbild der Zwillinge zu sehen. Der zweite Vollmondtermin ist am 31. um 14.27 Uhr. Dabei hält sich der Erdtrabant im Sternbild Krebs auf. Wenige Stunden vor dem Vollmond passiert unser Nachbar im All seinen erdnächsten Bahnpunkt, am 1. mit 356 600 Kilometer Distanz, am 30. mit 359 000. Das nahezu zeitgleiche Zusammenfallen von Vollmond und Erdnähe führt zu Springfluten und erhöhten Spannungen in der festen Erdkruste. Am 31. wandert der Vollmond durch den Kernschatten der Erde. Es ereignet sich eine totale Mondfinsternis. Da sie in die Mittagsstunden fällt, bleibt sie in Mitteleuropa unbeobachtbar.

Die Sonne wandert am aufsteigendem Ast ihrer Jahresbahn. Sie läuft durch das Sternbild Schütze und wechselt am 20. um 2 Uhr morgens in den Steinbock. Zwei Stunden später tritt sie in das Tierkreiszeichen Wassermann. Die Tageslänge nimmt um eineinviertel Stunden zu. Die Mittagshöhe der Sonne wächst um sechs Grad. Am Morgen des 3. passiert die Erde ihren sonnennächsten Bahnpunkt. Ihre geringste Entfernung sind 147 097 000 Kilometer. Diese Strecke legt das Sonnenlicht in acht Minuten und zehn Sekunden zurück. Anfang Juli ist das Sonnenlicht 17 Sekunden länger zu uns unterwegs, da sich die Erde in Sonnenferne aufhält. dpa/nd

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