Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Grauschleier für die »Götter in Weiß«

Lena Tietgen über das gewandelte Berufsbild des Mediziners

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts war überfällig, bedenkt man die Komplexität des Berufs des Mediziners. Das Berufsbild speist sich nicht mehr allein aus gehobener Allgemeinbildung und wissenschaftsorientiertem Wohlverhalten. Auch das Medizinstudium wie der Arztberuf an sich haben sich über die Jahrzehnte spezialisiert.

Doch nicht nur das. Viele Arbeitsverhältnisse von Medizinern scheinen gewöhnlich geworden zu sein. Man liest von Überlastung, Zeitdruck oder Burn-out. Von nervenaufreibenden Hierarchien, überbordender Verwaltung und Schichtarbeit. Mit diesen Erscheinungsformen ordnet sich der Beruf des Arztes in die neoliberale Arbeitsweise der unterschiedlichen sozialen und pädagogischen Berufe ein. Das Weiß der Götter bekommt einen Grauschleier.

Hier muss umgedacht werden, und das nicht nur in Bezug auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sondern auch hinsichtlich der Ausbildung und des Berufsbildes. Warum sollten Ärzte nicht zur Supervision verpflichtet werden, wie das in der Sozialpädagogik üblich ist? Der Mediziner von heute muss über soziale Kompetenzen verfügen und sollte im Umgang mit gängigen Sozialtechnologien vertraut sein. Entsprechend sollten bei der Ausbildung Praktika und Interdisziplinarität eine wichtige Rolle spielen.

Es wird Zeit, dass Aufnahme- und Studienbedingungen an die Arbeitserfordernisse angepasst werden. Gewollt oder nicht: Das Urteil thematisiert die Komplexität des Arztberufs und kann der Beginn einer kleinen Revolution sein.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln