Werbung
  • Politik
  • nd-Soliaktion: Teilen macht satt

Kleine Raupe, große Gefahr

Der Herbst-Heerwurm gefährdet mit seiner Gefräßigkeit die Maisernte in fast ganz Afrika

  • Von Christine Wiid, INKOTA
  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Noch ist genug Mais vorhanden – doch die Maisernte in Mosambik ist bedroht.
Noch ist genug Mais vorhanden – doch die Maisernte in Mosambik ist bedroht.

Der Feind ist nur ein paar Zentimeter groß, aber sein Angriff gleicht einer Invasion: Der Herbst-Heerwurm bedroht die Maisernte in weiten Teilen Afrikas. Zu Tausenden machen sich die Raupen des Eulenfalters über Maisfelder her und schaffen es, innerhalb kürzester Zeit ein ganzes Feld leer zu fressen - dieser massenhafte Angriff hat der hungrigen Raupe zu dem Namen »Heerwurm« verholfen. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt, dass der Schädling bis zu 70 Prozent einer Ernte vernichten kann.

Die Raupe stammt ursprünglich aus Nord- und Südamerika, dort wird sie bereits seit Jahrzehnten bekämpft. In Afrika sind die Bauern - und auch die Regierungen - kaum auf den Ausbruch der Plage vorbereitet. Gerade im südlichen Afrika ist die Gefahr von Ernteverlusten hoch. Mais ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Region. In Sambia sind bereits über 100 000 Hektar Mais betroffen, ebenso in zahlreichen Provinzen in Simbabwe. Auch in Südafrika wurde die Raupe bereits auf Feldern entdeckt. Vor einigen Monaten hat die FAO deshalb eine Krisensitzung aller betroffenen afrikanischen Staaten in Simbabwe einberufen und ein Budget zur Bekämpfung bereitgestellt.

Auch Mosambik hat erste Schäden durch den Heerwurm zu verzeichnen. In einigen Provinzen, insbesondere in der Grenzregion zu Simbabwe, wurde der Schädling gesichtet. Derzeit arbeitet das Landwirtschaftsministerium an Trainings für landwirtschaftliche Techniker in den Distrikten und an Informationsbroschüren. Ob das ausreicht, ist fraglich, denn die Gefahr, die von dem Insekt ausgeht, ist groß. Ein Großteil der Bauern in Mosambik lebt von der Subsistenzlandwirtschaft, und ein Ausfall der Maisernte bedeutet Hunger in vielen Familien.

Auch der Kleinbauernverband UNAC ist sich der Gefahr bewusst und versucht, die Bauern so gut es geht zu unterstützen. UNAC arbeitet mit der Entwicklungsorganisation INKOTA aus Deutschland zusammen. Der Verband ist in ganz Mosambik aktiv und hat Vertretungen in fast allen Distrikten, insgesamt sind knapp 100 000 Menschen in dem Kleinbauernverband organisiert. Über seine Zweigstellen und auch über lokale Gemeinderadios verbreitet UNAC Informationen über die Plage: Fotos und Beschreibungen der Raupen, damit die Menschen sie identifizieren können, und Hinweise, wie man sie bekämpfen kann. Zwar sind es in erster Linie chemische Pestizide, die gegen den Schädling helfen, aber auch mit der richtigen Anbautechnik können Ernteverluste eingedämmt werden.

»Bestimmte Kulturtechniken schränken die Ausbreitung ein«, erklärt Bartolomeu Antonio, Programmleiter der UNAC. »Eine frühe Aussaat und die Verwendung früher Sorten können das Ausmaß von Befall und Schäden reduzieren. Außerdem sollten Pflanzenrückstände nach der Ernte entfernt werden. Und wenn ein Feld bereits befallen ist, hilft es, Gräben um das betroffene Areal auszuheben - dann sind die Raupen leichter zu töten, wenn sie versuchen, auf ein Nachbarfeld zu gelangen.«

Aber auch der Ansatz der UNAC, den Anbau zu diversifizieren und gemeinsam in Bauerngenossenschaften zu produzieren, trägt zur Sicherung der Ernährung bei. In der zentralmosambikanischen Provinz Manica, in der UNAC ein Projekt zur Erhaltung und zum Nachbau von Saatgut umsetzt, werden neben Mais auch Maniok, Süßkartoffeln, Hirse, Bohnen und verschiedene Gemüsesorten angebaut und vervielfältigt. So stehen die Bauern nicht mit leeren Händen da, falls der Heerwurm auch auf ihren Feldern angreift.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen