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Kubanischer Superstar

Kulturelles Coming out mit Überdosis-Latinokultur und eine klare politische Haltung - Camila Cabello ist das Gesicht der »Dreamer« in den USA

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.
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Camila Cabello: Kubanischer Superstar

Ihre Eltern zogen hin und her zwischen Mexiko und Kuba, und schließlich in die USA, sie war zuerst eher sehr amerikanisch. Vier Jahre lang machte Camila Cabello mit der Girlband »Fifth Harmony« eher Mainstreampop, 2017 kam die Solokarriere und die Rückbesinnung auf ihre kubanischen Wurzeln. Heute ist die 21-jährige Sängerin mit dem sexy Wuschelkopf in den USA ein Superstar.

Am Montag brach ihre Anfang September veröffentliche Single »Havana« den bisherigen Rekord: Noch kein Lied hatte zuvor sieben Wochen auf Platz eins der Billboard Charts gestanden. Mehr als eine Milliarde Mal wurde ihr Song auf YouTube angeklickt. Das künstlerische Musikvideo mit langem Vorspann enthält eine Überdosis Latino-Kultur, bricht diese aber auch ironisch.

Da ist die klebrige Romantik der normalerweise heteronormativen Telenovelas, die Cabello überzeichnet und mit einer augenzwinkernden Schwulenreferenz versieht. Da ist das Familienleben am Küchentisch mit der Großmutter, die die Familie am Küchentisch zusammenhält und sich um die Enkelinnen sorgt – ob die eine sich warm genug anzieht, bevor sie ausgeht, und ob die andere bald einen Freund finden wird.

Camila Cabello - Havana ft. Young Thug

Und dann ist da die Kneipenszene, eine Zeitreise nach Kuba in eine Bar in edler 50er-Jahre-Optik, wo Cabello als Verführerin auftritt, tanzt und leidenschaftlich mit einem Liebhaber streitet. »Die Hälfte meines Herzens ist in Havanna« und »bring mich zurück« heißt es im Refrain. Mehr Kuba-Sehnsucht geht nicht!

»Schreibt eure Geschichte«, heißt es im Video in Richtung anderer Migranten. Cabello positionierte sich nach ihrem kulturellen Coming out auch eindeutig politisch. »Das ist für die Dreamer« – mit dieser Ansage für die von Abschiebung bedrohten Kinder illegalisierter Einwanderer begann sie ein Konzert. »Amerika ist das Land, wo du deinen Traum verwirklichen kannst, egal woher du kommst, oder welche Hautfarbe du hast«, schließt sie und reckt ihr Gesicht stolz und herausfordernd in die Kameras. Am Freitag bringt die Sängerin das Album zur Single heraus.

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