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Havelländer Stangerl

Märkische Ernährungswirtschaft präsentiert Neuheiten bei der Grünen Woche in Berlin

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.

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»3,5 Millionen Menschen leben in Berlin, aber bei 1000 Tieren im Stall haben sie Bedenken«, poltert Heiko Terno, Vizepräsident des brandenburgischen Bauernverbandes.

Tierschutz spiele eine Rolle. Die Nutztiere seien das Kapital der Landwirte, formuliert Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) vorsichtiger. »Heiko Terno hat es ein bisschen rustikaler dargestellt.«

Bauern beschweren sich oft , dass Stadtbewohner angeblich falsche Vorstellungen von der Landwirtschaft haben, aber zu Demonstrationen gegen die Massentierhaltung laufen und Volksbegehren unterschreiben. Wie das Landleben wirklich aussieht, soll Ende Januar wieder einmal bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin gezeigt werden. Die weltgrößte Verbrauchermesse öffnet vom 19. bis zum 28. Januar für Besucher. Auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm füllen Aussteller aus dem Land Brandenburg zum mittlerweile 26. Mal eine komplette Halle. Außerdem sind brandenburgische Betriebe auch noch in anderen Hallen vertreten, so etwa in der Tierzuchthalle.

Die Brandenburg-Halle 21a sei komplett vermietet, erläutert Agrarminister Vogelsänger am Montag bei einem Pressetermin in der brandenburgischen Landesvertretung in den Berliner Ministergärten. Bei rund einem Drittel der insgesamt 75 Marktstände wechselt täglich das Angebot. Neben Bauern präsentieren sich auch Landgasthöfe und traditionelles Handwerk. Im Kochstudio werden als prominente Gäste der frühere Boxsportler Axel Schulz und der ehemalige Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) erwartet.

Am 22. Januar macht der aktuelle Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) seinen Rundgang. Angeboten werden Spezialitäten wie Beelitzer Spargel, Eberswalder Würstchen und Spreewaldgurken, außerdem als Neuheit beispielsweise die Havelländer Stangerl, kreiert vom Biobackhaus in Wustermark. Es handelt sich dabei um einen Snack aus Weizen- und Roggenmehl mit Käse, Äpfeln und Schinken. Der bajuwarisch anmutende Name eines brandenburgischen Erzeugnisses erklärt sich schnell. Biobackhaus-Chef Hans Leib stammt aus Bayern.

»Wer unsere Halle besucht, staunt immer wieder, wie groß das Angebot unserer heimischen Agrar- und Ernährungswirtschaft eigentlich ist«, schwärmt Minister Vogelsänger. »Längst nicht alles finden Verbraucherinnen und Verbraucher in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels.« In einigen Fällen könnten Produkte in naher Zukunft aber in diesen Regalen landen. Denn die Lebensmittelketten Edeka und Kaufland sowie mehr als 100 Gastronomen haben sich als Fachpublikum angemeldet, um sich in der Halle umzuschauen, informiert Hanka Mittelstädt, Vorstandsvorsitzende des Marketingverbandes pro agro.

Dem Land Brandenburg geht es bei seinem Auftritt bei der Grünen Woche darum, regionale Produkte vorzustellen - ganz gleich, ob sie nun aus konventioneller oder aus ökologischer Erzeugung stammen.

So einträchtig beieinander liegen diese Dinge allerdings nicht. Das zeigt sich auch beim Demonstrationsgeschehen. Ein ökologisch inspirierter Protest gegen die Agrarindustrie unter dem Motto »Wir haben es satt« soll am 20. Januar in Berlin stattfinden. Den Auftakt soll um 11 Uhr am Hauptbahnhof geben. Die Branche kontert gleich um die Ecke ab 9 Uhr mit der Kundgebung »Wir machen euch satt«.

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