• Politik
  • Ökodorf-Bewegung in Senegal

Entwicklung braucht ein ganzes Leben

Babacar und Aïcha Mbow sind Pioniere der Ökodorf-Bewegung in Senegal

  • Von Odile Jolys
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Auf dem Weg zum Dorf Ndem hält der Fahrer mehrmals an, um nach dem Weg zu fragen. In Senegal sind Wegweiser selten. Nur ungefähr kennt man die Richtung und nach dem Verlassen der Hauptstraßen, fragt man bei jeder Kreuzung. Man fährt Umwege, doch am Ende klappt es meist. Ob es einem gefällt oder nicht, in Westafrika ist man von den Anderen abhängig. Nach diesem Prinzip entwickelt sich auch das Ökodorf Ndem.

Rund 500 Menschen leben im Dorf. Zahlreiche Bäume und Pflanzen bieten willkommenen Schatten. Wasser kommt aus dem Hahn, Strom und auch Internet gibt es hier. Am Spätnachmittag trudeln die Kinder aus der Schule ein. Mithilfe einer staatlich geprüften Hebamme kommen sie im Dorf zur Welt. 300 Leute aus der Umgebung arbeiten in den Werkstätten des Dorfes, wo gewebt, genäht, gefärbt und Metall verarbeitet wird.

Ndem bietet das Gegenteil der Tristesse, die einem in der Sahelregion oft begegnet. Manche der Dörfler verlassen Ndem z...


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