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Hausgemachter Islamismus

Martin Kröger über das Erstarken des Salafismus

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 1 Min.

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Die Zahlen des Verfassungsschutzes sind natürlich mit Vorsicht zu betrachten. Fast 1000 Anhänger des Salafismus, was eine ultrakonservative islamistischen Strömung ist, will der Nachrichtendienst in Berlin gezählt haben. Das Beunruhigende ist: Die Szene wächst und soll auch immer gewaltbereiter sein. Fast 100 Anhänger aus dem salafistischen Milieu reisten in den vergangenen Jahren aus Berlin in die Kriegsgebiete des Nahen Ostens. Diejenigen, die die Kämpfe überlebt haben, könnten zurückkehren - traumatisiert, desillusioniert oder auch stärker radikalisiert. Von einer zweistelligen Rückkehrerzahl gehen die Behörden aus.

Was die neue Untersuchung des Verfassungsschutzes aber vor allem zeigt: Entgegen allen Verlautbarungen ist der Islamismus salafistischer Art kein importiertes Phänomen, sondern ein hausgemachtes. Insbesondere dort, wo Migranten der ersten Generationen keine Chancen hatten, wie in Wedding und Neukölln, konnte sich ab 2004 solche Strukturen etablieren. Mit eigenen Moscheen, mit eigenen Geschäften. Dazu passt, dass die Anwerbeversuche von Berliner Salafisten unter Flüchtlingen bislang offensichtlich wenig fruchteten.

Für die Präventionsarbeit lässt sich aus der Studie zweierlei ableiten: Angesichts des hohen Altersdurchschnitts der Salafisten scheinen die Deradikalisierungsprogramme bei Jugendlichen zu funktionieren, für die älteren Islamisten braucht es aber offenbar neue Herangehensweisen, um sie aus dieser demokratieverachtenden Ideologie herauszuziehen.

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