Werbung
  • Politik
  • Repression in der Türkei

Ehemann von Mesale Tolu erneut festgenommen

Polizei führt in mehreren türkischen Städten Razzien gegen die sozialistische Partei ESP durch

  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Istanbul. Knapp acht Wochen nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft in der Türkei ist der Ehemann der deutschen Journalistin Mesale Tolu erneut festgenommen worden. Mesale Tolus Vater Ali Riza Tolu sagte der dpa am Freitag telefonisch, zur erneuten Festnahme seines Schwiegersohnes Suat Corlu sei es bereits am Vortag in Istanbul gekommen. Nach Angaben von Tolus Unterstützerkreis wird er nun von der Antiterror-Polizei in Istanbul festgehalten. Wie lange dies dauern wird, wann er vor Gericht kommt und was genau ihm vorgeworfen wird, sei nicht bekannt.

Auch die sozialistische Partei ESP, in deren Vorstand Corlu sitzt, bestätigte die Festnahme und entsprechende ARD-Berichte. Mesale Tolu war ihrerseits erst vor einem Monat aus der Untersuchungshaft in Istanbul entlassen worden.

Die ESP teilte nach Angaben der linken Nachrichtenagentur Etha mit, in Istanbul, Ankara, Izmir, Diyarbakir, Antakya und Samsun sei es zu Polizeirazzien gegen ihre Unterstützer gekommen. Insgesamt seien sieben Menschen in ihren Wohnungen festgenommen worden, darunter Corlu, zwei weitere ESP-Mitglieder und ein Anwalt. Ein Kulturzentrum in Ankara sei gestürmt und »geplündert« worden. Die ESP machte für die Razzien die »AKP-/Palast-Diktatur« verantwortlich.

Corlu war erst am 29. November bis zu einem Urteil in seinem Prozess frei gekommen, Mesale Tolu am 18. Dezember. Gegen Mesale Tolu - die aus Ulm stammt und nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt - wurde ein Ausreiseverbot verhängt. Beide sind in separaten Verfahren unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation angeklagt.

Suat Corlu war am 5. April 2017 festgenommen worden, Mesale Tolu am 30. April. Gegen beide wurde anschließend U-Haft verhängt. Tolu gehörte - wie auch der »Welt«-Korrespondent Deniz Yücel - zu mehreren Deutschen, die im vergangenen Jahr in der Türkei inhaftiert wurden und deren Freilassung die Bundesregierung forderte. Yücel ist inzwischen seit mehr als elf Monaten ohne Anklage hinter Gittern.

Tolu arbeitet in Istanbul als Journalistin und Übersetzerin für die Nachrichtenagentur Etha. Die sozialistische ESP, in der Corlu aktiv ist, ist Teil der pro-kurdischen HDP. Die HDP fungiert als Dachorganisation für mehrere politische Parteien. Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft ihr vor, der politische Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein.

Präsident Erdogan hatte kurz zuvor den Ausnahmezustand in der Türkei zum sechsten Mal verlängert. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen