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Kik-Entschädigung für Brandopfer

Millionenbetrag für Brand in Textilfabrik in Pakistan

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 2 Min.

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Lange mussten die Hinterbliebenen der Opfer des verheerenden Brandes in der Textilfabrik Ali Enterprises im pakistanischen Karatschi auf ihre Entschädigung warten. Nun kann sie ausgezahlt werden, wie das entwicklungspolitische Netzwerk INKOTA am Montag mitteilte. Demnach sei bereits vergangenen Donnerstag ein Durchbruch bei den Verhandlungen über die Auszahlung der Entschädigungsrenten erzielt worden. Die vom Textildiscounter Kik zugesagten fünf Millionen Dollar könnten nun ausgezahlt werden.

Am 11. September 2011 war in der illegal umgebauten, nicht registrierten Textilfabrik ein Brand ausgebrochen. 254 Menschen verbrannten am lebendigen Leib. Weitere 55 wurden verletzt. Hauptkunde der Fabrik war der Textildiscounter Kik. Er nahm zeitweise 75 Prozent der Produktion ab. Der Konzern geriet daraufhin in die Kritik - auch weil er zunächst bei der Frage um Entschädigungen mauerte. Organisationen wie die Kampagne für Saubere Kleidung und Gewerkschaften machten Druck. Im März 2015 reichten hierzulande ein Überlebender und drei Angehörige Klage gegen Kik ein. Im September 2016 einigte sich der Konzern mit Vertretern der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), dem Entwicklungshilfeministerium sowie Opfervertretern auf die Zahlung einer Entschädigung.

Hinterbliebene erhalten nun eine Rente von umgerechnet 55 Euro monatlich, eine Witwe mit zwei Kindern 96 Euro. »Wir wissen genau, dass wir weiter für das Recht auf eine lebenslange Rente kämpfen müssen«, erklärte Karamat Ali vom Pakistan Institute of Labour, Education and Research als Opfervertreter nach den Verhandlungen.

»Für die Menschen, die unsere Kleidung herstellen, und für deren Rechte muss hier dringend regulierend Abhilfe geschaffen werden«, forderte Berndt Hinzmann vom INKOTA-Netzwerk. Das sich über Jahre hinziehende Verfahren im Fall Ali Enterprises und die viel zu geringen Personalressourcen - etwa bei der ILO - seien neben der rechtlichen Leerstelle die Ursachen für die »untragbare Ewigkeit, die es gedauert hat, bis die Opfer diese finanzielle Entschädigung nun erhalten werden«.

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Das Blättchen Heft 19/18
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