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  • Hamburger SV vor Mitgliederversammlung

HSV-Größe stellt Antrag auf Ausschluss von AfD-Mitgliedern

Langjähriger Seniorenrats-Chef Peter Gottschalk will Mitglieder des Hamburger Sportvereins davon überzeugen, keine Mitglieder der Rechtsaußen-Partei zu dulden

  • Lesedauer: 2 Min.

Hamburg. Die Mitgliederversammlung des Hamburger SV e.V. wird mit Spannung erwartet. Nicht nur, dass ein Showdown bei der Wahl des Präsidenten zwischen dem amtierenden Jens Meier und Herausforderer Bernd Hoffmann bevorsteht. Die Versammlung am 18. Februar könnte zudem hochpolitisch werden: Die HSV-Mitglieder sollen auch darüber abstimmen, ob Anhänger der rechtsradikalen AfD gleichzeitig dem Traditionsklub angehören dürfen. Einen entsprechenden Antrag hat Peter Gottschalk, langjähriger Vorsitzender des Seniorenrates, gestellt.

Die Mitgliederversammlung solle das Präsidium auffordern, dafür zu sorgen, dass »AfD-Mitglieder oder gleichgesinnte Personen nicht Mitglied im Hamburger-Sport-Verein e.V. werden oder der HSV Fußball AG angehören«, schreibt Gottschalk in seinem Antrag. Seine Begründung: »Kein Platz für Rassismus! Toleranz und Solidarität sind Werte, die innerhalb jeder Sportart zählen.«

Erst Ende Dezember hatte sich der Präsident von Eintracht Frankfurt e.V., Peter Fischer, offensiv gegen AfD-Wähler unter Vereinsmitgliedern positioniert. Es könne niemand Mitglied bei der Eintracht sein, »der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt«, so Fischer gegenüber der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Eintracht-Profi Kevin-Prince Boateng unterstützte die Äußerungen, die AfD zeigte Fischer wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung an, nachdem dieser im Interview mit dem Hessischen Rundfunk noch nachgelegt hatte: »Es gibt für die braune Brut keinen Platz. Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben.«

Peter Gottschalks Forderung geht nun noch einen Schritt weiter, folgt damit aber auch der Linie der HSV-Führung. Anfang Januar hatte der Verein auf Anfrage der »Frankfurter Rundschau« erklärt, man sei »generell klar gegen Ausländerfeindlichkeit, Fremdenhass, Rassismus und jede Form der Diskriminierung«. Der Verein hob Sportangebote für Geflüchtete und »gelebte Integration« hervor. Weiter hieß es: »Unsere Mitglieder tragen und leben diese Grundwerte im HSV. Sollten Mitglieder mit ihrem Handeln dagegen verstoßen, gehen wir gegen ein solches Verhalten bis hin zu einem Ausschluss aus dem Verein konsequent vor.«

Gottschalk ist seit 1954 HSV-Mitglied. Zunächst war er aktiver Läufer und Zehnkämpfer, bald engagierte er sich als Jugendtrainer und wurde zum Übungsleiter der Leichtathletikabteilung berufen. 1968 wurde Gottschalk für sein Engagement vom HSV mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Von 2001 bis 2009 war er im HSV-Seniorenrat tätig. SID/nd

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