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In Panik

Tennisprofi Tennys Sandgren verbreitete rechte Verschwörungstheorie

  • Von Oliver Kern
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die ATP-Tour der Tennisprofis sucht neue Stars. Federer, Djokovic und Nadal werden alt, sind oft verletzt und für junge Fans keine Identifikationsfiguren mehr. Vor allem aber ist keiner von ihnen US-Amerikaner, und ein Star von dort würde die Kassen noch mehr klingeln lassen.

Da kam Tennys Sandgren gerade recht. Den Vornamen habe er in Erinnerung an seinen gleichnamigen schwedischen Urgroßvater erhalten, sagt der 26-Jährige aus Tennessee, den vor den Australian Open niemand kannte. Plötzlich aber stand er im Viertelfinale von Melbourne. Dass er dieses am Mittwoch gegen den Südkoreaner Chung Hyeon verlor, dürfte bei der ATP dennoch für Erleichterung sorgen, denn das Zeug zum Vorzeigestar hat Sandgren wohl doch nicht.

Seit 2011 spielte er meist zweitklassige Turniere. Auf der ATP-Tour gewann er nur zwei Matches. Niemand interessierte sich für ihn. Als Sandgren nun aber die Nummern vier und acht der Welt bezwang, schauten Fans und Medienvertreter mal genauer hin. Eine Debatte entbrannte in den sozialen Netzen, und ein britischer Journalist fragte Sandgren nach dem gewonnenen Achtelfinale, warum er rechten Stimmungsmachern der Alt-Right-Bewegung in den USA auf Twitter folge. Sandgren flüchtete sich in die Behauptung: »Wem man folgt, spielt keine Rolle. Die Information, die du siehst, bestimmt doch nicht, was du denkst und glaubst.« Und »Nein!«, er unterstütze die Bewegung nicht. Das sei mit seinem christlichen Glauben nicht vereinbar.

Das Problem ist, dass Sandgren Tweets gleich mehrerer rechter User verbreitete. Und wenn man zur Verschwörungstheorie eines Kinderpornorings, in auch noch den Hillary Clinton verwickelt sei, schreibt: »Die Beweislage ist zu groß, um sie zu ignorieren«, ist das dann doch recht eindeutig.

Sandgren hat mittlerweile all seine Tweets seit 2016 gelöscht. Die Panikreaktion eines Mannes, der plötzlich in der Öffentlichkeit steht und nur noch da raus will. »Ich werde jetzt nach Hause fahren, Zeit mit der Familie genießen und mein Handy ausschalten.« Sicherlich keine schlechte Idee.

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