Werbung
  • Politik
  • Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie

Hofmanns Zaudern

Hans-Gerd Öfinger denkt, dass die Metall-Arbeitgeber mehr Druck brauchen

  • Von Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Mit hohen Erwartungen haben seit Jahresbeginn über 950 000 Metaller an Warnstreiks teilgenommen. »Wir haben keinen Grund zur Zurückhaltung«, sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann im Oktober. Angesichts »glänzender Geschäftsergebnisse« müssten die 3,9 Millionen Beschäftigten am Gewinn teilhaben. Notfalls werde man 24 Stunden oder unbefristet streiken.

Jetzt hat die IG Metall-Spitze die erwartete Entscheidung über eine Ausweitung der Warnstreiks allerdings um weitere 24 Stunden vertagt. Obwohl in den Verhandlungen laut Hofmann »die Unterschiedlichkeit der Vorstellungen eher größer geworden« sei, wolle man »im Gespräch mit den Industriellen die Eskalation vermeiden«. Ob allein durch Hofmanns nächtliche Diplomatie tatsächlich ein kräftiges Lohnplus sowie Wahlarbeitszeitmodelle mit Teillohnausgleich, steht in den Sternen. Ganz zu schweigen von der schreienden Ungerechtigkeit, dass Beschäftigte im Osten immer noch länger arbeiten und weniger verdienen als im Westen.

Als größte europäische Gewerkschaft hat es die IG Metall in der Hand, die Idee der Arbeitszeitverkürzung in den Köpfen zu verankern. Der soziale Unmut braucht ein Ventil. Ein Metallerstreik könnte Zeichen setzen, europaweit ausstrahlen und zudem rechten Demagogen das Wasser abgraben. Doch so zaudernd, wie sich Hofmann nun gibt, ist der Erfolg in Gefahr.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Die Serie aus dem studentischem Kosmos.

Leben trotz Studium?!

Jetzt 14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt lesen und keine Folge verpassen.

Kostenlos bestellen!