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Warum Wasser auf den Feldern steht

Bodenschutzprogramm für den Nordosten vorgestellt

Schwerin. In welchem Zustand sind die landwirtschaftlich genutzten Böden in Mecklenburg-Vorpommern? Warum steht auf so vielen Feldern derzeit Wasser? Die Umweltorganisation BUND hatte vor wenigen Tagen erklärt, eine wesentliche Ursache dafür sei die fortschreitende Bodenverdichtung. Landesagrarminister Till Backhaus (SPD) bezeichnete die Böden im Land am Dienstag hingegen als »grundsätzlich in Ordnung«. Es gebe Ausnahmen, etwa im Elbvorland, aber die seien kein Grund zur Besorgnis und erforderten keine Sofortmaßnahmen, erklärte der Minister am Dienstag in Schwerin. Im Elbvorland schränke die Belastung mit Dioxinen und Schwermetallen aus Industriegebieten in Polen, Tschechien und Deutschland die landwirtschaftliche Nutzung ein.

Eine Erklärung von Landwirten für die Wasserflächen auf vielen Feldern lautet, der Boden sei einfach mit Wasser gesättigt - immerhin fielen 2017 etwa 130 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. BUND-Agrarexperte Burkhard Roloff führt die Überflutungen jedoch auf Bodenverdichtung durch die immer schwerer werdenden Landmaschinen zurück, die viel zu oft auf den humusarmen Böden unterwegs seien. Häufig komme es auch zur Verdichtung der sogenannten Pflugsohle, der Fläche etwa 30 Zentimeter unterhalb des lockeren Ackerbodens.

»Nach Untersuchungen des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie sind in unserem Land die Böden zu 56 Prozent erheblich bis sehr stark durch Verdichtung gefährdet«, erläuterte Roloff. Die Folge sei, dass zu wenig Niederschlagswasser im Boden gespeichert wird und zu viel abfließt. »Das Wasserhaltevermögen ist verringert und die Versickerung von Regenwasser in den Boden ist eingeschränkt«, sagte er.

Agrarminister Backhaus stellte am Dienstag den zweiten Teil des Bodenschutzprogramms für das Land vor, der eine Bewertung des Bodenzustands enthält und Ziele für den Bodenschutz formuliert. Im dritten Teil sollen konkrete Festlegungen folgen, wie mit dem Boden umzugehen ist. Backhaus nannte das Bodenschutzprogramm eine Arbeitsgrundlage auch für Bau und Verkehr. Nach seinen Angaben sind von den 2,3 Millionen Hektar Landesfläche rund 1,1 Millionen Hektar Ackerland. Der Humuszustand auf den Äckern hat sich der Analyse zufolge in den vergangenen Jahren stabilisiert. Das hänge mit der Extensivierung der Landwirtschaft, etwa mehr Ökolandbau, vielfältigen Fruchtfolgen und der Winterbegrünung zusammen. Dennoch seien in dem Bereich mehr Forschung und Entwicklung sowie ein Humus-Monitoring geplant.

Mehr Forschung, erklärte der Minister, sei auch nötig hinsichtlich der Rückstände aus Tierarzneien, die mit der Gülle auf die Felder kämen, der Bodenverdichtung durch häufiges Überfahren mit immer schwererer Technik sowie hinsichtlich der Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln. Die Arzneimittelrückstände im Land überschritten die europäischen Richtwerte nicht, sagte Backhaus.

Der Bauernverband sieht sich durch die Bodenbewertung des Ministeriums bestätigt. Die Produktivität eines Bodens sei ein Indikator für dessen Gesundheit, so Präsident Detlef Kurreck. Die Erträge bei Getreide seien zwischen 1990 und 2014 um 37 Prozent, bei Kartoffeln um 73 und bei Raps um 50 Prozent gestiegen. dpa/nd

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