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Typisch Gaza

Ismail Hanija wurde von den USA zum Terroristen erklärt

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Der Palästinenserführer Ismail Hanija ist nun offiziell zum Terroristen erklärt worden, zumindest von den USA. Er teilt damit das Schicksal vieler Führer von Befreiungsbewegungen, deren Widerstand deshalb zu Terror erklärt wurde. Die bekanntesten von ihnen sind der Palästinenser Yasser Arafat und der Südafrikaner Nelson Mandela, beide spätere Friedensnobelpreisträger.

Hanija gehört zum Führungszirkel der Hamas, die im Gaza-Streifen bisher die Administration führte. Bei der beschlossene Neuaufteilung der Zuständigkeiten mit der anderen großen Palästinenserorganisation, der Fatah, dürfte er eine wichtige Rolle spielen; zumal er im Mai vom stellvertretenden zum Chef des Politbüros der Hamas aufgestiegen war. 2006/07 war Hanija bereits Ministerpräsident der Autonomiebehörde, nachdem die Hamas die innerpalästinensischen Wahlen gewonnen hatte.

Hanija gilt als typisches Kind des Gaza-Streifens. Sein Schicksal steht exemplarisch für das von Millionen Palästinensern. Die Eltern wurden 1948 aus den heutigen Israel nach Gaza vertrieben. Dort, im Flüchtlingslager Al-Schati, wurde Ismail Abd al-Salam Ahmad Hanija, so sein vollständiger Name, 1962 geboren. Bis 1987 studierte er an der Universität von Gaza Arabische Literatur. Dort liege die Anfänge seiner politischen Betätigung. 1987 begann im israelisch besetzten Streifen die erste Intifada, der Aufstand. Hanija war dabei, mehrere Haftstrafen waren die Folge und 1992 die Deportation in den israelisch besetzten Teil Libanons, aus dem er nach einem Jahr illegal zurückkehrte.

Hanija wird von Israel - und jetzt von den USA - vorgeworfen, als Hamas-Führer für Selbstmordattentate auf israelische Zivilisten prinzipiell mitverantwortlich zu sein. Dafür steht aber vor allem seine Organisation, die den radikalen Teil der Palästinenserbewegung darstellt. Hanija gehört innerhalb der Hamas zu jenen realpolitischen Kräften, die einer Verständigung mit Fatah und dem politischen Kampf den Vorrang geben. Dennoch oder gerade deshalb steht er auch auf einer israelischen Todesliste.

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